Freitag, 15. März 2002

Ballhausplatz gesperrt: Bombendrohung!

  • Bundespräsidenten-Kanzlei nicht evakuiert
  • Mann drohte mit PKW-Sprengung

Wegen einer Bombendrohung ist heute Mittag der Wiener Ballhausplatz vorübergehend gesperrt worden. Die Sperre reichte bis zum Heldenplatz. Der Alarm stellte sich jedoch als falscher heraus: Ein Mann hatte einen Wagen vor der Hofburg geparkt und mit dessen Sprengung gedroht.

Deshalb wurden großräumige Sperren errichtet und der Entschärfungsdienst alarmiert. Bombe fand sich keine, der Autolenker, der eine "mediengerechte Explosion" angekündigt hatte, wurde mittlerweile in die Nervenheilanstalt in Gugging (NÖ) eingeliefert.

Kurz nach 12.00 Uhr war der Mann mit einem roten Pkw vorgefahren, hatte den Wagen vor der Präsidentschaftskanzlei halb auf dem Gehsteig abgestellt und umstehenden Uniformierten zugerufen, das Fahrzeug werde "mediengerecht in die Luft fliegen". Das Ganze spielte sich tatsächlich praktisch vor laufenden Fernsehkameras ab, da zum selben Zeitpunkt ein ORF-Journalist auf dem Platz einen Live-Bericht für die "ZiB" moderierte.

Der Autolenker wurde zunächst abgeführt und aufs nächste Wachzimmer gebracht. Unterdessen untersuchte ein Sachverständiger des Entschärfungsdienstes den Wagen. Der Sprengstoffexperte durchschoss mit einem Hochdruckwasserstrahl die Wagenkarossierie. So kann laut Polizei festgestellt werden, ob im Wageninneren eine Bombe versteckt ist.

Trotz des Bombenalarms hat es in der Präsidentschaftskanzlei keine Evakuierung gegeben. Bundespräsident Thomas Klestil musste nicht in Sicherheit gebracht werden. Die Exekutive habe dafür keine Veranlassung gesehen, es bestand keine Gefahr für die Präsidentschaftskanzlei, teilte deren stellvertretender Pressesprecher, Meinhard Rauchensteiner, auf Anfrage der APA mit.

15.3.2002 13:43