Opfer relativierte Aussagen: Ex-Clown entlassen
- Laut Richter besteht kein dringender Tatverdacht mehr
- Verfahren noch nicht eingestellt

Nach knapp vierwöchiger Untersuchungshaft ist jetzt ein ehemaliger Zirkusclown enthaftet worden. Die Vorwürfe gegen ihn: Er soll eine 26-jährige Wienerin brutal vergewaltigt haben. Das mutmaßliche Opfer hat nun seine Angaben gegenüber dem Richter abgeschwächt.
Der 59-jährige Albert D. soll mit zwei anderen Männern, die ebenfalls auf freien Fuß gesetzt wurden, die junge Frau Anfang Februar zehn Stunden in seiner Wohnung in Wien-Leopoldstadt festgehalten, missbraucht und auch mit verschiedenen Gegenständen gequält haben. Da das mutmaßliche Opfer vor dem U-Richter die gegenüber der Polizei getätigten Angaben wesentlich abschwächte, wurden die Verdächtigen freigelassen.
Kein dringender Tatverdacht mehr
"Der dringende Tatverdacht besteht nicht mehr. Haftgründe sind damit nicht mehr gegeben", verlautete am Freitag aus dem Straflandesgericht. Ursprünglich hatte die Frau angegeben, von den Männern an ein Bett gefesselt und mehrfach vergewaltigt worden zu sein.
Trotz der jüngsten Entwicklungen hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren noch nicht eingestellt. Weitere Erhebungen sind im Gange. Immerhin weist der frühere Clown eine einschlägige Vorstrafe aus: 1994 war eine junge Rumänin, die der Mann mit einem Inserat in seine Wohnung gelockt hatte, in Panik aus dem Fenster gesprungen, als Albert D. zudringlich wurde. Die Frau ist seither querschnittgelähmt.
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