Freitag, 15. März 2002

Schweden plant Atomausstieg nach deutschem Vorbild

  • Pläne zu Ausstieg bereits seit Tschernobyl-Unglück 1986

Die schwedische Regerierung plant den Atomausstieg nach dem "Deutschen Modell". Das geht aus dem neuen energiepolitischen Programm hervor, das die sozialdemokratische Regierung zusammen mit der Zentrumspartei und der linken "Vänsterpartiet" am Freitag in Stockholm präsentiert.

Das Ausstiegsszenario, dass sich stark an jenem der Rot-Grünen Regierung in Deutschland orientiert, sieht vor, dass die Regierung mit den Kernkraftproduzenten Verträge über die Energieproduktionsmengen abschließt. Wenn eine bestimmte Mengenquote erfüllt wird, werden die Kernkraftwerke geschlossen. Die Abwicklung solle unter marktwirtschaftlichen Bedingungen stattfinden und einen ausreichenden Zeitraum für Anpassungen gewährleisten, heißt es in dem Programm. Als Alternativen werden ausdrücklich die Windenergie und die verstärkte Förderung von erneuerbarer Energie genannt.

Schon nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl im Jahr 1986 hatte sich Schweden grundsätzlich auf einen Ausstieg aus der Atomenergie festgelegt. Die bereits im Jahr 2000 vom sozialdemokratischen Wirtschaftsminister Björn Rosengren für 2003 angekündigte Abschaltung des Reaktorblockes Barsebäck 2 soll trotz des neuen Szenarios fristgerecht statt finden. Der erste Block im Atomkraftwerk Barsebäck war als erster schwedischer Reaktor bereits 1998 geschlossen worden.

15.3.2002 10:01