Peking: Flüchtlinge verlassen spanische Botschaft
- Flüchtlinge haben Selbstmord angedroht

Die 25 nordkoreanischen Flüchtlinge in der spanischen Botschaft in Peking haben das Gebäude am Freitag durch einen Hintereingang verlassen. Das berichteten Augenzeugen vor Ort. Die Menschen, darunter acht Kinder, würden am Abend in der philipinischen Hauptstadt Manila ankommen, verlautete am Freitag aus philippinischen Regierungskreisen.
Südkorea wird nach philippinischen Angaben die 25 Nordkoreaner aufnehmen, die in Peking in der Botschaft Spaniens Zuflucht gesucht hatten. Unmittelbar vor der Ankunft der Flüchtlinge zu einem Zwischenaufenthalt in Manila teilte am Freitag das philippinische Außenministerium mit, ein Flugzeug der Korean Airlines werde sie am Samstag abholen. Die Philippinen waren auch das Transitland gewesen, als im Juni vergangenen Jahres sieben Nordkoreaner in Peking die Reise nach Südkorea erzwangen.
Das Außenministerium in Manila teilte mit, die südkoreanische Botschaft habe die Flüchtlinge eigentlich bis Montag in der philippinischen Hauptstadt lassen wollen. Das sei aber mit Rücksicht auf Nordkorea abgelehnt worden.
Die Flüchtlinge - sechs Familien und zwei elternlose Mädchen - hatten Peking ungewöhnlich schnell Richtung Südkorea verlassen dürfen. Dieses Mal dauerten die Verhandlungen einen Tag. Im Juni 2001 waren es vier Tage gewesen, ehe die Nordkoreaner die Räume der UNO-Flüchtlingskommission UNHRC verlassen konnten.
An der Flucht wirkte nach eigenen Angaben der deutsche Arzt Norbert Vollertsen mit, der früher für die Hilfsorganisation Cap Anamur in Nordkorea tätig gewesen war und erlebte, wie Misswirtschaft und Naturkatastrophen die Bevölkerung ins Elend stürzten. Südkoreanische Hilfsorganisationen schätzen, dass sich auf der chinesischen Seite des Grenzgebietes etwa 300.000 Nordkoreaner aufhalten.
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