Opposition gewinnt Kummunalwahlen in Simbabwe
- Bürgermeister-Posten in Aussicht
- Bischof Ncube wirft Regierung massiven Wahlbetrug vor

Die Opposition in Simbabwe hat die Kommunalwahlen in der Hauptstadt Harare gewonnen. Damit hat sie Anspruch auf den Posten des Bürgermeisters. Der Kandidat der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC), Eng Mudzuri, setzte sich demnach mit einem haushohen Vorsprung von rund 262.000 Stimmen gegen seinen Rivalen von der Regierungspartei ZANU-PF durch. Der Bischof Pius Ncube wirft der Regierung massiven Wahlbetrug vor.
Die Regierungs-Fraktion erhielt nach Berichten staatlicher Medien lediglich knapp 57.000 Stimmen. Harare gilt als Hochburg der Opposition und wird seit drei Jahren von einer Kommission regiert, die von der Regierung eingesetzt wurde.
Präsident Robert Mugabe hatte nach längerem Zögern die Kommunalwahlen in Harare und dem Vorort Chitungwiza für denselben Zeitraum wie die Präsidentschaftswahl angesetzt, die am vergangenen Wochenende abgehalten wurde. Laut dem offiziellem Endergebnis gewann Mugabe die Wahl. Die internationale Gemeinschaft kritisierte jedoch Gewalt und Manipulation und drohte mit Sanktionen. Oppositionsführer Morgan Tsvangirai erkennt das Ergebnis nicht an.
Bischof spricht von massivem Wahlbetrug
Massive Wahlmanipulationen und Gewaltanwendung hat der Erzbischof von Bulawayo, Pius Ncube, dem wiedergewählten simbabwesischen Staatspräsidenten Robert Mugabe vorgeworfen. Selbst während der Wahlen seien Menschen verprügelt und verhaftet worden, sagte Ncube zur deutschen katholischen Nachrichtenagentur KNA in Bulawayo. Ein Protest der Bevölkerung gegen den Sieg Mugabes sei nicht zu erwarten, weil die Menschen schon im Vorfeld durch den Einsatz von Armee und Polizei eingeschüchtert worden seien. "Die Menschen sind zu ängstlich, um zu protestieren", so der Erzbischof.
Ncube rief die internationale Gemeinschaft auf, den Bericht der Wahlbeobachter anzuhören und zu prüfen. Die Rolle der Kirche sei es, auf der Seite der Armen zu stehen und die Regierung auf die Missstände aufmerksam zu machen. Nach Angaben Ncubes leben 80 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze, drei Viertel sind arbeitslos; 5.000 Leute sterben jede Woche an Aids. Die Regierung schaue tatenlos zu, kritisierte Ncube. Die von Mugabe initiierten Landreformen habe nicht der Linderung der Armut, sondern dem Fang von Wählerstimmen gegolten. Schließlich hätten die Menschen zwar Land, aber kein Geld, um es zu bewirtschaften.
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