USA testen zum sechsten Mal Raketenschild
- Kritiker fürchten neues Wettrüsten
- USA wollen Atomteststopp-Verträge kündigen

Die USA wollen heute den sechsten großen Test für ihren umstrittenen Raketenschild durchführen. Von den vorherigen Versuchen waren drei geglückt, darunter die letzten zwei. Bei dem Test soll erneut ein von der kalifornischen Küste abgefeuertes Geschoss von einer im Südpazifik abgefeuerten Abfangrakete zerstört werden. Indessen denken die USA daran, das Abkommen zum Stopp von Atomtests zu kündigen. Damit wäre der Weg für die Entwicklung neuer Nuklearwaffen frei.
Dieser Test soll allerdings nach Angaben des Pentagon etwas schwieriger sein als die vorherigen: Zur Täuschung der Abfangrakete sollen sich dieses Mal drei Ballons statt nur einem von der Sprengkopfattrappe der "angreifenden" Rakete lösen. Kritiker des von US-Präsident George W. Bush forcierten Raketenschildes befürchten, dass das System ein neues internationales Wettrüsten auslösen könnte.
Kündigen USA Abkommen zum Atomteststopp?
Die USA ziehen offenbar die Kündigung des internationalen Atomteststopp-Abkommens in Erwägung. Damit solle möglicherweise der Weg für die Entwicklung neuer Atomwaffen zur Zerstörung von Bunkern frei gemacht werden, hieß es in Auszügen aus einem Bericht über die US-Atompolitik, die am Donnerstag (Ortszeit) in Washington öffentlich gemacht wurden.
"Obwohl die USA keine Bemühungen scheuen, ihr Waffenarsenal ohne weitere Nukleartests zu entwickeln, könnte dies in unbegrenzter Zukunft nicht möglich sein", hieß es in dem Dokument, dass die Washingtoner Expertengruppe "GlobalSecurity.org" auf ihrer Internetseite veröffentlichte.
Die Autoren des Berichts verweisen auf Probleme in den US-Atomwaffenbeständen, die auf Alter und Herstellerfehler zurückzuführen seien. "Objektive Urteile über die Fähigkeiten werden in einem Umfeld, das keine Tests vorsieht, weit schwerer werden", heißt es in dem Bericht.
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