5 Angeklagte bekennen sich schuldig
- Vier Landwirte, ein Geistheiler, ein Futtermittelvertreter, ein "Sauschneider"
- 5 Angeklagte bekennen sich schuldig

Das erste Verfahren im "Schweinemastskandal" begann im Grazer Straflandesgericht. Angeklagt waren vier Landwirte, ein ehemaliger Tierarzt, ein Futtermittelvertreter und ein Pensionist, der als "Sauschneider" tätig war. Die Staatsanwaltschaft warf den sieben Verstoß gegen das Lebensmittelgesetz, illegalen Besitz von Tierarzneimittel sowie Gefährdung des Tier- und Pflanzenbestandes vor. Die Verhandlung wurde nach ersten Einvernahmen vertagt. Fünf der sechs anwesenden Angeklagten erklärten sich für schuldig.
In Graz fand am Freitag der erste Prozess im so genannten Schweinemastskandal statt. Nur sechs der sieben Angeklagten waren erschienen, ein ehemaliger Tierarzt blieb der Verhandlung fern. Fünf Angeklagte, darunter vier Landwirte und ein Pensionist, der als "Sauschneider" tätig war, bekannten sich schuldig. Ein Futtermittelvertreter wollte von den Vorwürfen gegen ihn nichts wissen. Die Verhandlung wurde vertagt, da noch weitere Zeugen gehört werden sollen.
Nur sechs von sieben Angeklagte kamen
Auf der Anklagebank fanden sich sechs Angeklagte ein, der siebente soll mittlerweile nach Kanada ausgewandert sein. Vorgeworfen wurde ihnen die Gefährdung des Tier- und Pflanzenbestandes, der Verstoß gegen das Lebensmittelgesetz und der illegale Besitz von Tierarzneimittel. Die Landwirte und der Sauschneider (zuständig für die Ferkelkastration, Anm.) bekannten sich schuldig, der Futtermittelvertreter stritt alles ab: "Warum sollten die sie belasten?", fragte Richter Karl Buchgraber. "Man nennt halt irgend jemanden", so der Angeklagte.
Landwirt: "Antibiotika-Gabe war jahrelange Praxis"
"Der, der das Hauptverschulden trägt, ist nicht anwesend", meinte Staatsanwalt Johannes Winklhofer in Hinblick auf den abwesenden Angeklagten. Es handelte sich dabei um den ehemaligen Tierarzt Wolfgang B., der mittlerweile keine Konzession mehr besitzt und als "Geistheiler" tätig ist. Als Tierarzt konnte er aber immer noch Medikamente bestellen, die für Landwirte selbst nicht zugänglich sind. "Die eigentliche Gefahr ist, dass Laien schwere Krankheiten wie Lungenentzündung selbst behandeln. Dann besteht die Gefahr der Seuchenverschleppung", erklärte Staatsanwalt Winklhofer.
"Das war jahrzehntelang so Praxis. Die Angeklagten sind Bauernopfer", meinte einer der Verteidiger. Überhaupt schuldlos sei jene angeklagte Landwirtin, die einen "Sauschneider" geholt hatte, der mit den verbotenen Medikamenten gearbeitet hatte. "Es ist nicht ihr Problem, wie er das macht", so der Anwalt.
Strittig war auch die Frage, wie viel von den Arzneimittel der Landwirt, der mit dem Tierarzt eng zusammengearbeitet hatte, selbst verbraucht und wie viel er weiterverkauft hat. "Drei Viertel hab' ich für mich verwendet", erklärte er. "Haben Sie so kranke Schweine gehabt?", fragte Staatsanwalt Winklhofer nach. Darauf wollte der Angeklagte nicht antworten. Er hatte vom Tierarzt unter anderem so genannte Reinsubstanzen bezogen und diese selbst ohne Spezialmaschine gemischt. "Sie wissen genau, dass sie das nicht dürfen", bemerkte der Staatsanwalt. "Die Bauern sind über die Mischverhältnisse oft besser informiert als die Tierärzte", konterte der Angeklagte.
Die Verhandlung wurde zur Einvernahme von Zeugen, darunter zwei Tierärzte, vertagt.
Familiendrama in St. Pölten16:26
Bluttat: Tochter Zeuge?Vater schoss auf Sohn und richtete sich selbst. Waffenbesitz des 37-Jährigen illegal
Kriminalität20:48
Acht Jahre lang Sklavin19-jährige Deutsche wurde jahrelang misshandelt. Mutmaßliche Täter verhaftet.
Raubvögel vergiftet11:09
Falken ausgerottetBregenz: Taubenzüchter vergiftet gesamte Population am Pfänderstock
