Mittwoch, 13. März 2002

Schlag gegen Schlepperbanden

  • Groß-Razzia in Österreich und Deutschland

Gegen kriminelle Schlepperorganisationen haben Polizeikräfte in Österreich und Deutschland zu einem gemeinsamen Schlag ausgeholt. Nach Angaben des Innenministeriums wurden im Rahmen der Aktion "Turban" in Wien, Niederösterreich und Burgenland 16 Haft- und 25 Hausdurchsuchungsbefehle gegen die Hauptverantwortlichen eines organisierten Netzes von kriminellen Schleppern vollzogen.

Geleitet wurde die Aktion von der Sicherheitsdirektion für das Burgenland - "Sonderkommission-Grenze".

In Österreich waren 150 Beamte im Einsatz. Parallel und unmittelbar abgestimmt fanden "gleichgeartete selbstständige Polizeimaßnahmen in Deutschland im Raum Hamburg, Flensburg und Bayern statt", hieß es seitens des Innenministeriums. In Deutschland sind rund 550 Einsatzkräfte an mehr als 50 Durchsuchungsobjekten beteiligt. "Die Bundeskriminalämter Wiesbaden und Wien haben auf Grund dieses Großeinsatzes Koordinierungsstellen eingerichtet", so das Innenministerium in einer Aussendung.

In Frankfurt, Mainz und Würzburg wurden bei der Aktion unter dem Namen "Turban" vier Personen verhaftet, sagte ein Sprecher der Polizei auf Anfrage laut dpa. Es handle sich um drei Afghanen und einen Türken im Alter von 25 bis 32 Jahren. Federführend bei der Aktion sind in Deutschland die Staatsanwaltschaft Passau und das Polizeipräsidium Oberbayern.

Seit Einrichtung der "Sonderkommission Grenze" am 15. März 2001 mit Sitz in Eisenstadt seien umfangreiche Ermittlungen gegen international agierende Schlepperorganisationen geführt worden, "die vorwiegend aus Pakistan, der Ukraine, Ungarn sowie der Slowakei heraus operieren", erklärte das Innenministerium. Ausgangspunkt für die gemeinsame Aktion " Turban " seien zahlreiche Aufgriffe afghanischer Staatsangehöriger in Deutschland innerhalb des vergangenen Jahres gewesen, die zuvor via Österreich nach Bayern eingeschleust worden sind.

13.3.2002 14:24