Ambulanzgebühr: Hausärzte für teilweise Abschaffung
- Ambulanzgebühr zeigt laut Untersuchung Wirkung

Der Österreichische Hausärzteverband (ÖHV) fordert die Abschaffung der Ambulanzgebühr bei Zuweisung durch den Hausarzt (derzeit 150 Schilling) sowie den Wegfall der Krankenscheingebühr beim praktischen Arzt. Nach Ansicht des Wiener ÖHV-Präsidenten Peter Hosiner ist durch eine gezielte Zuweisung zu Ambulanzen eine Kostenoptimierung möglich.
Zur Krankenscheingebühr meinte er, die medizinische Primärversorgung müsse kostenlos sein. Einer Studie der Ärztekammer zufolge zeigt die Ambulanzgebühr indessen Wirkung.
Demnach registrieren vor allem einige Facharztgruppen in Wien seit Einführung der Ambulanzgebühr einen verstärkten Patientenzustrom. Die mit Abstand größte Zunahme verzeichnen die Internisten mit einem Plus von 12 Prozent. Bei anderen Fachärzten liegt der Zuwachs zwischen vier und sechs Prozent.
Die Hausärzte selbst registrierten lediglich eine marginale Zunahme von einem halben Prozent. Gründe dafür sind für Hosiner u.a. , dass die Patienten erst jetzt realisieren würden, dass sie zahlen müssen. Hosiner glaubt daher angesichts der Zahlungsaufforderung auch, dass sich künftig mehr Patienten den Gang in die Spitalsambulanz überlegen werden.
Es handelt sich bei der Untersuchung um eine Studie der Ärztekammer für Wien. Verglichen wurden die Arztbesuche in der Bundeshauptstadt für das 1. Halbjahr 2001 mit dem 1. Halbjahr 2000. Eingeführt wurde die Ambulanzgebühr Mitte April des vergangenen Jahres.
Idealerweise sollte die Gesundheitsversorgung nach Ansicht von Jachimowicz von einem Vier-Stufen-Modell ausgehen. Die Basisversorgung müsste bei den Hausärzten liegen. Diese sollte auch gebührenfrei sein. In diesem Zusammenhang forderte der ÖHV-Bundessekretär die Regierung auf, ihr Versprechen einzulösen und auf die Chipkartengebühr verzichten. Auf der zweiten Ebene sollten die Fachärzte folgen, dann die Spitalsambulanzen und auf der letzten Stufe schließlich der stationäre Spitalsbereich.
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