Auch DSF soll zum Verkauf stehen

Die finanziell angeschlagene Kirch-Gruppe will nach Zeitungsberichten den Gläubigerbanken am Montag ein umfassendes Sanierungskonzept präsentieren. Bei dem Treffen mit den Bankenvorständen solle eine weitere Schrumpfkur angekündigt werden, wird berichtet. Demnach sollen die defizitären Lokalsender in München, Berlin und Hamburg noch in diesem Jahr abgegeben oder eingestellt werden. Außerdem will die hochverschuldete Gruppe nun ihre Formel-1-Beteiligung verkaufen.
Die Kirch Media Group hält 75 Prozent an den TV-Rechten der Formel-1-Holding von Bernie Ecclestone und wartet nun auf ein Angebot.
Auch für das Deutsche Sportfernsehen (DSF) werde ein Abnehmer gesucht. Diese Sender machten dem Bericht zufolge zusammen rund 50 Millionen Euro Defizit pro Jahr. Die Abgabe bringe zwar keine große finanzielle Entlastung, gelte aber als wichtiges Zeichen an die Banken, dass es bei der Sanierung keine Tabus mehr gebe. Damit wolle Kirch die Geldinstituts auch überreden, auslaufende Kredite zu verlängern, da sonst die Zahlungsunfähigkeit drohe. Auf der Verkaufsliste könnte aber der verlustreiche Nachrichtensender N24 stehen.
KirchGruppe will die Sender ProSieben und Sat.1 nicht abgeben
Eine Veräußerung der Sender ProSieben und Sat.1 stehe für die Gruppe aber nicht zur Diskussion, bekräftigte ein Sprecher am Freitag in München. Die "Financial Times Deutschland" hatte berichtet, die Medienkonzerne AOL Time Warner und Viacom prüften ein Kaufangebot für Kirchs Anteil an dem Fernsehkonzern ProSiebenSAT.1 und dürften bereit sein, einen deutlichen Aufschlag zum aktuellen Börsenwert zu bezahlen.
Laut Medienberichten will der Medienkonzern zudem profitable Konzernteile veräußern, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Dazu zähle auch die Beteiligung der Familie Kirch am "Teleshopping Kanal Hot". Die Mediengruppe erhoffe sich davon Erlöse in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro, mit denen sie liquide bleiben und zum Teil auch Schulden begleichen könne. Der Medienkonzern Kirch selbst beziffert jüngst seine Schulden auf 6,5 Mrd. Euro.

