Die Briten zahlen an Tchibo über fünf Mrd. Euro

Der Hamburger Tabakkonzern Reemtsma wird verkauft. Wie die britische Imperial-Tobacco-Gruppe am Donnerstag in London mitteilte, übernimmt sie 90 Prozent an dem Hamburger Unternehmen. Die Briten zahlen dafür an den Kaffee-Röster Tchibo als bisherigen Reemtsma-Eigentümer gut 5,2 Mrd. Euro.
Damit haben sich die Tchibo-Erben der Familie Herz doch noch auf den Verkauf von Reemtsma einigen können. Dieser war schon mehrmals ins Auge gefasst worden, scheiterte bisher aber immer wieder an den zerstrittenen Geschwistern Michael, Wolfgang, Joachim sowie Günter und Daniela Herz. Nach dem nun ausgehandelten Geschäft hat Imperial Tobacco nach eigenen Angaben auch eine Option auf die restlichen zehn Prozent an Reemtsa, womit die Briten den deutschen Konzern dann vollständig übernehmen würden.
Beim Zusammengehen von Imperial und Reemtsma gibt es kaum Überschneidungen bei den Produkten und Märkten. Die Briten sind mit einem Umsatz von 2,5 Mrd. Euro etwa gleich groß wie Reemtsma. Sie verkaufen aber mehr Tabakrohprodukte oder Zigarren als Zigaretten. Vor allem in den Hauptmärkten von Reemtsma, also Mittel- sowie Osteuropa und Asien, ist Imperial nur schwach vertreten. Das Unternehmen aus Bristol beschäftigt 7.500 Mitarbeiter. Reemtsma wiederum ist die Nummer drei auf dem deutschen Markt und viertgrößter Tabakkonzern weltweit. Im Unternehmen sind rund 11.500 Mitarbeiter beschäftigt, davon zwei Drittel außerhalb Deutschlands.

