USA reagieren verschnupft

Nicht nur mit Europa, auch mit Russland haben die USA einen neuen Handelsstreit. Allerdings sind diesmal sie die geschädigten: Russland hat ein Importverbot für Geflügel aus den USA wegen angeblicher Antibiotika-Belastung verhängt. Die Sperre trete offiziell am 10. März in Kraft, doch gab es bereits seit dem 1. März keine Einfuhrgenehmigungen für Hühnerfleisch aus den USA mehr.
Das teilte das Landwirtschaftsministerium in Moskau mit. Verbot stehe in keinem Zusammenhang mit der Verhängung von Schutzzöllen auf Stahl durch die USA. Die amerikanische Seite schätzt den Verlust ihrer Farmer im Zusammenhang mit dem russischen Verbot auf etwa 100 Mill. Dollar (115,6 Mill. Euro) im Monat. Bisher gingen knapp 50 Prozent der amerikanischen Hühnerfleisch-Exporte nach Russland.
Vize-Landwirtschaftsminister Sergej Dankwert sagte, bei dem Beschluss gehe es "lediglich um die Gewährleistung der Sicherheit von Import-Lebensmitteln". Deshalb seien auch die Drohungen des US-Handelsvertreters Robert Zellick unangebracht, die USA wollten Russland beim Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) nicht unterstützen, falls Moskau die Geflügel-Einfuhr verbietet.

