Im Vorjahr Nettoverlust von 3,5 Mrd. Euro

Die Deutsche Telekom hat im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von 3,5 Mrd. Euro erlitten. Das teilte das Unternehmen am Dienstag in Bonn mit. Damit ist der ehemalige Staatskonzern erstmals seit dem Börsengang vor fünf Jahren in die roten Zahlen gerutscht.
Die Telekom teilte am Dienstag in Bonn mit, der um Sondereinflüsse bereinigte und damit vergleichbare Konzernverlust sei auf 4,7 Mrd. Euro nach 1,5 Mrd. Euro im Vorjahr angewachsen. Analysten hatten diesen Anstieg erwartet. Als Gründe für die Verlustausweitung nannte die Telekom die Belastung durch die Übernahme des verlustbringenden US-Mobilfunkunternehmens VoiceStream und erhöhte Abschreibungen auf Firmenwerte genannt. Darunter fällt auch die jüngste weltweite Umfirmierung der Mobilfunksparte in T-Mobile.
Das ebenfalls um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) kletterte dagegen erstmals seit der Freigabe des Wettbewerbs im Jahr 1998 wegen des wachsenden Mobilfunkgeschäfts um 17 Prozent auf 15,1 Mrd. Euro. Der Umsatz stieg um 18 Prozent auf 48,3 Mrd. Euro und damit stärker als von der Telekom zu Jahresbeginn prognostiziert. Die Ergebnisse liegen im Rahmen der Erwartungen der von Reuters befragten Analysten.
Viertes Quartal schlechter als die Vorquartale
Aus den veröffentlichten Daten geht weiter hervor, dass die Telekom im vierten Quartal schlechter als in den Vorquartalen abschnitt. Danach erhöhte sich der bereinigte Konzernverlust auf 1,85 Mrd. Euro Verlust im vierten Quartal nach 1,54 Mrd. Euro im dritten Quartal. Auch die positive Entwicklung des bereinigten Ebitda im Jahresverlauf brach im Schlussquartal ab, da das operative Ergebnis den Angaben zufolge auf 3,77 Mrd. Euro nach 4,09 Mrd. Euro im dritten Quartal sank.
Die bei Investoren viel beachtete Verschuldung verringerte sich im vierten Quartal wie von den Analysten erwartet zum Ende des dritten Quartals. Darin spiegeln sich eine Steuererstattung, ein Erlös durch Verkauf von Immobilien und der teilweise Verkauf von Forderungen gegenüber Kunden wieder.
In der Nacht zum Dienstag nannte auch VoiceStream Geschäftszahlen für das Schlussquartal 2001, mit denen die Telekom ihre eigenen Prognosen erfüllte. Danach stieg der Umsatz auf 1,12 Mrd. Dollar (1,29 Mrd. Euro) nach 1,03 Mrd. Dollar im Vorquartal. Auch beim Nettoverlust und beim operativen Verlust (Ebitda) wurde der positive Trend der Vorquartale fortgesetzt. Der operative Verlust sank auf 67 Mill. Dollar von zuvor 95 Mill. Dollar. Pro Kunde blieb der Umsatz bei der US-Mobilfunktochter mit 49 Dollar trotz eines deutlich über den Markterwartungen liegenden Kundenwachstums konstant.

