Montag, 4. März 2002

Im Vorjahr 2,5 Mrd. Euro Verlust

Europas größter Fernsehkonzern, die Luxemburger RTL Group, hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 2,5 Mrd. Euro gemacht. Ausschlaggebend dafür waren Wertberichtigungen vor allem bei der international tätigen Produktionsfirma Freemantle und beim spanischen TV-Sender Antena 3, wie der Konzern am Montag in London mitteilte. Im Jahr 2000 hatte das von Bertelsmann kontrollierte Unternehmen mit seinen 23 TV- und 14 Radiosendern sowie zahlreichen Produktionsfirmen noch einen Gewinn von 67 Mill. Euro ausgewiesen.

Ungeachtet der roten Zahlen zeigte sich RTL-Chef Didier Bellens mit der Entwicklung des Konzerns zufrieden. Trotz des stärksten Umsatzeinbruchs auf den Werbemärkten seit zehn Jahren habe sich RTL gegen die Wettbewerber behauptet und in wichtigen Ländern - wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien - die TV-Marktanteile gesteigert, betonte der Manager.
Allerdings hinterließ die Werbeflaute - auch ohne Berücksichtigung der Wertberichtigungen - in der Bilanz des Marktführers ihre Spuren. Der Umsatz stagnierte bei vier Mrd. Euro. Das operative Ergebnis (EBITA) sank um 50 Prozent auf 276 Mill. Euro.

Im ersten Halbjahr 2002 wird keine Besserung erwartet
Auch in der ersten Hälfte des laufenden Jahres erwartet das Unternehmen keine Besserung der Werbenachfrage. "Der gegenwärtige Stand der Werbebuchungen deutet darauf hin, dass die Schwäche der Werbemärkte andauert", betonte das Unternehmen. Der Konzern werde deshalb die Möglichkeiten zur weiteren Kostendämpfung konsequent nutzen. "In unverändert schwierigen Werbemärkten sind wir davon überzeugt, dass wir mit unserer Investitionsstrategie die Erlöse und Margen steigern können, sobald die Märkte sich stabilisieren", sagte Bellens.

4.3.2002 13:27