Freitag, 8. März 2002

Tirol praktisch fix Meister, doch dahinter Hochspannung

Während Tirol unaufhaltsam dem dritten Meistertitel in Folge entgegen marschiert, wird der Kampf um die Plätze zwei (Ticket für die Champions-League-Quali) und drei (UEFA-Cup)immer dramatischer. Sturm Graz hat die besten Karten, doch das Verfolgerfeld ist groß: Stadtrivale GAK lauert nur zwei Punkte hinter der Osim-Truppe, aber auch Kärnten und Salzburg rechnen sich noch Chancen aus. Theoretisch könnten auch die beiden Wiener Klubs noch ein Wörtchen mitreden: Vor allem Rapid hat am Samstag beim Auswärtsspiel gegen Sturm die große Chance, Boden gut zu machen.

Der FC Tirol ist weiterhin mit Volldampf zum dritten österreichischen Fußball-Meistertitel in Folge unterwegs. Mit einer vor allem vor der Pause eindrucksvollen Leistung schlugen die Innsbrucker am Sonntag vor eigenem Publikum Austria Wien dank Treffer von Anfang (28.) und Jezek (43.) mit 2:0 und liegen damit in der Tabelle bereits 17 Punkte vor dem ersten Verfolger Sturm Graz.

Einmal mehr bestachen die Innsbrucker durch Ballsicherheit, Spielwitz und Lauffreudigkeit. Attribute, die die Wiener vermissen ließen. Die "Veilchen" vermochten in keiner Phase Paroli zu bieten und zeichneten sich lediglich durch völlige Harmlosigkeit im Sturm und zahlreiche technische Fehler aus. So zum Beispiel in der 16. Minute, als sich Dospel von Jezek den Ball abjagen ließ, aber Ex-Tirol-Goalie Ziegler den Schuss von Gilewicz parierte. Zwölf Minuten später trat der polnische Goalgetter als Vorbereiter in Erscheinung. "Radogoal" flankte von links zur Mitte, Anfang setzte sich im Kopfball-Duell mit Schmid durch und sorgte für die mehr als verdiente Führung.

Anstatt auf den Ausgleich zu drängen, verstärkte sich die Unsicherheit der Austrianer, die wie das Kaninchen vor der Schlange mit bangem Erwarten der Tirol-Angriffe harrten. In der 43. Minute "biss" die Löw-Truppe wieder zu, als Jezek nach Vorarbeit von Brzeczek und Gilewicz mühelos durch die violetten Abwehrreihen tänzelte und zum 2:0 einschoss. Der indisponierten Dreierkette der Gäste war der Ausfall von Ratajczyk deutlich anzumerken. Der Pole hatte sich im Abschlusstraining das Kreuz verrissen und konnte auch mit Injektionen nicht mehr fit gemacht werden.

Die zweiten 45 Minuten begannen in einer ähnlichen Tonart. Die Tiroler ließen Ball und Gegner laufen und erarbeiteten sich mehrere Chancen, deren beste Jezek vergab, als er in der 51. Minute an Ziegler scheiterte. Mit Fortdauer des Spiels ließ die Löw-Truppe allerdings die letzte Konsequenz vermissen und verschaffte der Austria damit den ersten Torschuss (Scharner/54.) und Eckball (55.). Die beste Möglichkeit der Violetten vergab Scharner in der 63. Minute. Die letzten 25 Minuten standen aber wieder im Zeichen der Gastgeber, bei denen der eingewechselte 17-jährige Stürmer Sanou aus Burkina Faso eine Talentprobe ablegte.

Ergebnisse der 25. Runde

Samstag:
SW Bregenz - Sturm Graz 1:1 (0:0)
Rapid Wien - FC Kärnten 2:0 (0:0)
SV Ried - VfB Admira Wacker Mödling 0:0
GAK - SV Salzburg 0:0

Sonntag:
FC Tirol - Austria Wien 2:0 (2:0)

8.3.2002 14:34