Montag, 4. März 2002

Kärnten-Coach Schachner gratulierte schon zum Titel

Der FC Tirol eilt mit Riesenschritten dem Titel-Hattrick in der Fußball-max.Bundesliga entgegen. Nach dem souveränen 2:0-Sieg in Kärnten am Mittwoch geht der Meister mit einem Vorsprung von 15 Punkten auf Verfolger Sturm Graz in die ausstehenden zwölf Runden. "Ich gratuliere Tirol zum Meistertitel", sprach auch Kärnten-Trainer Walter Schachner von einer Entscheidung im Titelrennen. Im 228. Wiener Derby verteidigte die Wiener Austria mit einem 1:1 gegen Rapid die Nummer eins-Position in der Hauptstadt.

Mit dem Erfolg in Klagenfurt hat Tirol die Niederlage gegen Sturm am Sonntag ausgebessert. "Wir waren sauer nach der unnötigen Niederlage in Graz, heute hat die Mannschaft alles prima umgesetzt. Ich bin hochzufrieden", freute sich Trainer Jogi Löw.

Strahlender Gilewicz
Am meisten strahlte aber Radoslav Gilewicz. Der Torjäger war in der Meisterschaft über ein halbes Jahr, seit dem 3:0-Heimsieg gegen Kärnten am 25. August, ohne Torerfolg. Am Mittwoch brach er in der 40. Minute den Bann. "Ich hoffe, dass ich jetzt meine kleine Krise endlich überwunden habe. Ich habe zwar viele gute Spiele und viele Vorlagen gemacht, letztlich wird ein Stürmer aber immer an seinen Toren gemessen", meinte der Pole, der fünf Treffer auf dem Konto hat.

Mit Selbstvertrauen gegen Austria
Mit viel Selbstvertrauen gehen die Tiroler und ihr Goalgetter nun ins Heimspiel gegen die Wiener Austria. Marc Ziegler, im Winter von Tirol zur Austria gewechselt, gastiert erstmals wieder auf dem Tivoli und ist gewarnt. Gilewicz: "Ich habe ihn über das Ende meiner Torsperre informiert und ihm gesagt, dass er sich am Sonntag warm anziehen soll."

Austria weiter vor Rapid
Die Austria blieb am Mittwoch auch im elften Gastspiel in Folge im Hanappi-Stadion ohne Sieg (zuletzt gewannen die Veilchen im April 1996), wahrten aber den Drei-Punkte-Vorsprung auf Rapid. Nach der Führung von Linz (38.) mussten die Austrianer vor 15.200 Zuschauern durch Lagonikakis (58.) den verdienten Ausgleich hinnehmen.

Schimpftiraden für Ratajczyk
"Wir haben nach der Führung aufgehört, Fußball zu spielen. Da ist es klar, dass der Gegner stärker wird und Druck macht", erklärte Michael Wagner, der als potenzieller Regisseur dem Spiel keine Linie geben konnte. Stärkster Austrianer war noch Krzysztof Ratajczyk, der nach seinem Transfer im Winter von Rapid von der Westtribüne mit einigen Schimpftiraden empfangen worden ist, sich davon aber nicht beeindrucken ließ.

"Loddar" ist zufrieden
Den Abgang des Abwehrchefs hat Rapid gut verkraftet. "Wir haben die Lücke von Ratajczyk gut geschlossen", sagte Matthäus. Der Deutsche war mit der Leistung seiner Elf hochzufrieden. "Es war in der Meisterschaft vielleicht die beste Mannschaftsleistung, seit ich da bin. Die Mannschaft hat fast alles umgesetzt, was ich ihr auf den Weg gegeben habe. Meine Philosophie ist: attraktiv und erfolgreich, dann sind alle zufrieden", erklärte der Rapid-Teamchef.

Herzog muss noch nachlegen
Andreas Herzog allerdings ist in seinem ersten Wiener Derby seit zehn Jahren nicht wie erhofft zur Geltung gekommen. "Andi hat eine lange Spielpause hinter sich. Er weiß, er muss noch die eine oder andere Schippe nachlegen. Wenn er seinen Rhythmus findet, wird er noch besser", sagte Matthäus.

Druck für Herzilein enorm
So sieht's auch der Kapitän und grün-weiße Hoffnungsträger. "Ich weiß, der Druck ist enorm. Aber ich lasse mich nicht verrückt machen. In einigen Situationen bin ich noch verbesserungswürdig, bin noch nicht so torgefährlich", gestand Herzog. Über die Mannschaftsleistung findet er lobende Worte. "Zwei Siege, ein Remis, da kann man mit der neuen Mannschaft zufrieden sein. Wir haben heute gezeigt, dass auch in Wien guter Fußball gespielt wird. Und so eine Stimmung habe ich in Österreich lange nicht gesehen", sagte Herzog.

4.3.2002 12:13