Trainerdiskussion macht Pum nicht nervös

Der Österreichische Skiverband kann weiter auf die Dienste von Hans Pum bauen. Der 47-jährige Alpinchef hat beim Weltcup-Finale in Salzburg seine Bereitschaft zum Weitermachen deponiert und damit der aktuellen Trainer-Diskussion viel Brisanz genommen. "Ich bleibe meiner Linie treu und möchte im Großen und Ganzen mit den gleichen Leuten weiter arbeiten. Kontinuität hat sich bei uns immer bewährt", sagte Pum.
Herren-Abfahrtstrainer Robert Trenkwalder sowie Damenchef Karl Frehsner sind derzeit die Coaches aus der ersten ÖSV-Riege, die als "Wackelkandidaten" gelten. Beiden werden Tendenzen in die Schweiz nachgesagt. Bei sehr vielen ÖSV-Trainern laufen die Verträge aus, Pum macht das aber keine grauen Haare. "Ich bin seit 25 Jahren im Skisport, davon 21 im Weltcup. Es ist am Jahresende immer das Gleiche mit der Trainer-Diskussion. Das gehört zum Geschäft, weil jeder pokert."
Allein das Verhindern von Wissenstransfer ist für Pum freilich schon ein guter Grund, seine Spitzenleute beim ÖSV zu halten. "Dass unsere Leute so gefragt sind, ist ja ein gutes Zeichen für unsere Aus- und Fortbildung. Mit einem unserer Trainer würde ein anderer Verband ja auch das ganze Wissen mit kaufen", so Pum. Die Entscheidungen fallen wie immer nach den Analysesitzungen, die erste ist für 18. März anberaumt.
Sportlich zieht der Alpinchef eine sehr zufriedene Bilanz. Bezüglich der Herren, bei denen vor allem Stephan Eberharter das Fehlen verletzter Spitzenfahrer wie Hermann Maier, Werner Franz usw. mehr als kompensiert hat, nahm er sogar das Wort "sensationell" in den Mund. Bei der Planung für die kommende Saison muss sich Pum daher vor allem darüber Gedanken machen, wie er das Überkontingent an Speed-Spezialisten in den Griff kommt und bei der Einteilung der Trainingsgruppen der fortschreitenden Spezialisierung gerecht werden kann.
Auch mit den Damen ist der Oberösterreicher zufrieden. "Mit Dorfmeister und Götschl sind zwei bis zum Schluss um den Weltcup gefahren, das zeugt von Stärke", so Pum. Es habe freilich etwas länger gedauert, bis die Damen in Schwung gekommen seien. "Es gab neue Trainer, außerdem waren unsere, die drei bis vier Disziplinen fahren, gegenüber jenen, die nur zwei bestreiten, anfangs im Nachteil. Aber letztlich hat unsere vor der Saison vorgenommene Struktur-Veränderung gegriffen."
Nun gelte es, jene Läuferinnen, die hinter den "Big Three" Dorfmeister, Götschl und Meissnitzer aus verschiedensten Gründen den Anschluss an das Weltcup-Niveau nicht geschafft haben, heran zu führen. "Wir hatten bei den Damen in zwei Jahren 14 Verletzte. Das wäre genau diese nachkommende Truppe gewesen, da ist eine ganze Generation von 18- bis 22-Jährigen auf der Strecke geblieben", relativiert Pum.
Bei den Damen dauert laut Pum das Erreichen von Weltcup-Reife ohnehin etwas länger als bei den Herren. Deshalb habe er auch keine Sorgen wegen des jungen Slalomteams. "Das ist doch eine Riesen-Mannschaft, die uns noch viel Freude machen wird. Vielleicht schon kommende Saison."
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