Donnerstag, 7. März 2002

Super-G-Doppelsieg für Österreich

Österreichs Skidamen haben die Speed-Disziplinen mit dem zweiten Saison-Doppelsieg ausklingen lassen. 24 Stunden nach ihrem Abfahrtssieg holte sich Michaela Dorfmeister am Donnerstag beim Finale in Zauchensee 0,66 Sekunden vor Alexandra Meissnitzer auch den Super G und feierte ihren 14. Weltcup-Sieg. Meissnitzer sicherte sich mit ihrem besten Saisonergebnis hinter Hilde Gerg, die Dritte wurde, noch Platz zwei im Super G-Weltcup.

Ein perfekter Abschluss, bei dem Dorfmeister (Nummer 1) und Meissnitzer (2) auf weicher Piste und bei schlechter Sicht von ihren niedrigen Startnummer profitierten. "Mir war bei der Besichtigung schon klar, dass die Nummer optimal ist", gestand Dorfmeister. Einzig Martina Ertl, die mit Startnummer 26 Vierte wurde, stellte die Theorie vom Startnummern-Rennen auf den Kopf. Mit 1,61 Sekunden Rückstand konnte aber auch sie die ÖSV-Damen nicht gefährden. Die dreifache Olympiasiegern Janica Kostelic stürzte nach ebenfalls guter Zwischenzeit, blieb aber unverletzt.

Die Topsensation wäre hingegen beinahe Stefanie Schuster gelungen. Die 32-jährige Vorarlbergerin hatte mit ihren auf dem Frühjahrs-Schnee superschnellen Blizzard-Ski oben unglaubliche 1,07 Sekunden Vorsprung, wurde nach einem Riesenfehler in ihrem allerletzten Weltcup-Rennen dann aber nur Fünfte, beendet ihre Karriere also doch sieglos. "Egal. Es ist schön zu sehen, dass ich noch das Niveau habe und dass ich auch im letzten Rennen versucht habe, zu gewinnen," fand Schuster trotzdem versöhnliche Worte.

Dorfmeister lächelt nach dem ganzen Pech bei Olympia offenbar nun wieder das Glück. "Die Startnummern acht und eins waren noch, es war ein Glücksfall", grinste sie. Zwei Siege innerhalb von 24 Stunden hat es bei "Dorfi" auch noch nie gegeben. "Zudem bin ich jetzt vier Mal Bestzeit gefahren, das taugt mir schon sehr". Die letzte große sportliche Herausforderung wartet nun am Samstag, wo sie im Riesentorlauf Sonja Nef noch die Kristallkugel streitig machen will. Die Schweizerin hat 20 Punkte Vorsprung.

Mit fünf Läuferinnen unter den ersten zehn ging der Super G für Österreich auch mit einem großen mannschaftlichen Erfolg zu Ende. Vor allem Meissnitzer strahlte über ihre beste Saisonplatzierung. "Eine sehr gute Fahrt ohne Fehler. Ich komme jetzt immer besser in Form, schade dass die Saison vorbei ist", sagte sie. "Aber wenigstens habe ich wieder eine Daseins-Berechtigung, brauche niemand erklären, warum ich weiter fahre", ulkte die Salzburgerin.




Super G der Damen in Zauchensee
1.
Michaela Dorfmeister
AUT

1:27,87 Min.
2.
Alexandra Meissnitzer
AUT

+0,66 Sek.
3.
Hilde Gerg
GER

+1,50
4.
Martina Ertl
GER

+1,61
5.
Stefanie Schuster
AUT

+1,62
6.
Tanja Schneider
AUT

+1,83
7.
Caroline Lalive
USA

+1,84
8.
Corinne Rey-Bellet
SUI

+1,88
9.
Brigitte Obermoser
AUT

+2,18
10.
Kirsten L. Clark
USA

+2,22
11.
Genevieve Simard
CAN

+2,32
12.
Melanie Turgeon
CAN

+2,33
13.
Carole Montillet
FRA

+2,38

Warwara Zelenskaja
RUS

+2,38
15.
Karen Putzer
ITA

+2,44
16.
Melanie Suchet
FRA

+2,47
17.
Janette Hargin
SWE

+3,25
18.
Petra Haltmayr
GER

+3,31
19.
Daniela Ceccarelli
ITA

+3,38
20.
Selina Heregger
AUT

+3,47
21.
Isolde Kostner
ITA

+3,73
22.
Sylviane Berthod
SUI

+4,31
23.
Patrizia Bassis
ITA

+4,80

Ausgeschieden: Janica Kostelic (CRO), Maria Riesch (GER), Jonna Mendes (USA)

7.3.2002 13:17