Eberharter auch Gesamt-Sieger im Super-G

Das zweite Rennen beim Weltcup-Finale in Altenmarkt-Zauchensee hat die zweite kleine Kristallkugel für Stephan Eberharter gebracht. Ein taktischer Lauf reichte Eberharter, mit dem vierten Platz verteidigte er souverän seinen Vorsprung. Und das war auch wichtig, denn der Schweizer Didier Cuche tat genau das, was für ihn auf jeden Fall notwendig war: Er fuhr Bestzeit und gewann seinen ersten Weltcup-Super G.
Platz zwei ging an Abfahrts-Olympiasieger Fritz Stobl vor dem Italiener Alessandro Fattori, der damit nach seinem Sieg in Kvitfjell abermals aufs Podest fuhr.
Eberharter legte es an diesem Tag eher vorsichtig an. "Mein Ziel war es, einfach ins Ziel zu kommen. Denn, so wie es ja auch eingetreten ist, wäre ich ausgefallen, dann hätte ja Didier den Weltcup gewonnen. Und das wollte ich unbedingt verhindern." Eberharter fuhr so intelligent, nahm an manchen Stellen das Tempo heraus, drosselte das Risiko. Am Ende fehlten 1,01 Sekunden auf Cuche, doch, wie es sich für einen Routinier gehört, der Zweck war auch so erfüllt. Der Lohn war die zweite Kugel, sicher ist im ja auch, dass er am Sonntag zumindest die große für den Gesamtweltcup gewinnt. "Meine Arbeit habe ich damit eigentlich erledigt, jetzt kann ich ganz locker in den Riesentorlauf am Sonntag gehen, sagte Eberharter. Und mit drei Kugeln kann er es auch verschmerzen, dass er erstmals im Super G in dieser Saison nicht auf dem Stockerl stand.
Steff im Terminstress
Stress bleibt dem 32-Jährigen allerdings auch nach dem Finale erhalten. "Die nächste Woche ist bereits mit Sponsorterminen ausgefüllt, am Freitag habe ich dann den großen Empfang in Stumm", erklärte er, nahm sich aber eines fest vor: "Danach will ich dann aber ein bisschen Ruhe haben. Und wenn man das geschickt einfädelt, dann bekommt man das auch." Wünsche sind bei Eberharter nach einem Jahr wie diesem kaum mehr offen. Doch eine "Belohnung" könnte sich der gute Hobby-Golfer durchaus vorstellen: "Ein Mal zum US-Masters nach Augusta, das würde mich schon reizen."
Stockerlplatz für Strobl
Fritz Strobl schaffte zu seinem persönlichen Saisonende ebenfalls noch einen Podestplatz. "Nach der Abfahrt, als ich wieder so knapp Vierter war, hab' ich mir nur gedacht: Wenn mir das auch im Super G wieder passiert, dann bin ich wirklich grantig. Aber Gott sei Dank ist es sich heute ausgegangen, meine beste Saison mit einem zweiten und einem dritten Platz in den Weltcups und dem fünften Platz im Gesamtweltcup zu beenden, ist doch wirklich was Schönes", erklärte der Kärntner. Auf den Riesentorlauf am Sonntag verzichtet Strobl aber lieber, obwohl er auf Grund der 400-Punkte-Regel startberechtigt wäre. Der Grund: Die Olympiafeier am Samstag in Steinfeld in Kärnten. "Um ehrlich zu sein, ich bin mir nicht sicher, ob ich am Sonntag in der Lage wäre, zu fahren", sagte Strobl.
Super G-Sieg zum Abschied
Die Schweizer Mannschaft schenkte dem scheidenden Dieter Bartsch zum Abschluss auch noch einen Super G-Sieg - den ersten seit zehn Jahren, als Paul Accola in Morioka gewonnen hatte. Und der Sieg war wahrlich verdient. Drei Mal war Didier Cuche jeweils hinter Österreichern Zweiter geworden, auf österreichischem Schnee klappte es für den Metzger aus der Westschweiz endlich wirklich. "Ich war nach der Abfahrt wirklich angefressen, weil ich wusste, dass es besser hätte sein können. Und diese Aggressivität habe ich auch ins Rennen mitgenommen", sagte Cuche. Umso erlösender war dann der Augenblick des Sieges. "Im Ziel habe ich mir nur gedacht: Endlich habe ich es geschafft."
| Super G der Herren in Zauchensee | ||||||
| 1. | Didier Cuche | SUI | 1:25,53 Min. | |||
| 2. | Fritz Strobl | AUT | +0,35 Sek. | |||
| 3. | Alessandro Fattori | ITA | +0,61 | |||
| 4. | Stephan Eberharter | AUT | +1,01 | |||
| 5. | Hans Knauß | AUT | +1,19 | |||
| 6. | Didier Defago | SUI | +1,31 | |||
| 7. | Kjetil-Andre Aamodt | NOR | +1,39 | |||
| 8. | Christoph Gruber | AUT | +1,60 | |||
| 9. | Jürg Grünenfelder | SUI | +2,04 | |||
| 10. | Ambrosi Hoffmann | SUI | +2,12 | |||
| Andreas Schifferer | AUT | +2,12 | ||||
| 12. | Peter Fill | ITA | +2,16 | |||
| 13. | Lasse Kjus | NOR | +2,17 | |||
| 14. | Paul Accola | SUI | +2,20 | |||
| 15. | Patrik Järbyn | SWE | +2,39 | |||
| weiter (ohne Weltcup-Punkte): | ||||||
| 16. | Daron Rahlves | USA | +2,42 | |||
| 17. | Stephan Görgl | AUT | +2,47 | |||
| 18. | Marco Büchel | LIE | +2,49 | |||
| 19. | Fredrik Nyberg | SWE | +2,63 | |||
| 20. | Christian Greber | AUT | +2,65 | |||
| 21. | Benjamin Raich | AUT | +2,70 | |||
| 22. | Bode Miller | USA | +2,75 | |||
| 23. | Kristian Ghedina | ITA | +2,85 | |||
| 24. | Hannes Trinkl | AUT | +3,10 | |||
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