Dienstag, 5. März 2002

Weltcup-Finale in Planica fällt Wind zum Opfer

  • Teamfliegen: Sieg für Finnen, Österreicher Dritte
  • Deutschland holt Platz zwei und führt im Nationencup

Nichts wurde aus dem Weltcup-Finale in Planica. Der geplante Einzelbewerb musste wegen widriger Windverhältnisse zuerst unterbrochen und schließlich komplett abgesagt werden. Am Samstag feierte das finnische Team feierte einen überlegenen Sieg im Weltcup-Skifliegen in Planica. Matti Hautamäki, der mit 224,5 Metern den Weltrekord von Andreas Goldberger nur um einen halben Meter verfehlte, Veli-Matti Lindström, Risto Jussilainen und Janne Ahonen gewannen mit 1.612,7 Punkten vor Deutschland und Österreich.

"Wir haben mit den Deutschen bis auf ein, zwei Ausrutscher ganz gut mithalten können. Es hat mir heute wieder gefallen, wie die Leute gekämpft haben", meinte Cheftrainer Toni Innauer. Martin Koch, Andreas Widhölzl, Andreas Goldberger und Wolfgang Loitzl waren die einzigen, die dem Vorarlberger zur Verfügung standen. Martin Höllwarth hat im letzten Moment abgesagt, weil seine Frau erkrankt ist und er sich um sein wenige Wochen altes Kind kümmern muss. "Das ist für mich ärgerlich und enttäuschend, aber ich will keine große Geschichte daraus machen", so Innauer.

Besonders ernüchternd für Innauer war auch, dass sich aus den Regionen außerhalb des Nationalkaders lediglich Stefan Thurnbichler für Planica angeboten hat. Und ihn wollte der Cheftrainer nach Thurnbichlers Sturz in Oslo aus verständlichen Gründen nicht nominieren. Eine positive Auswirkung hatte die Absage der Einzelkonkurrenz: Das ÖSV-Team behielt in der Nationenwertung seinen zweiten Platz, der bereits gehörig gewackelt hatte.

Für Innauer ist die Situation jedenfalls ein Zeichen, dass auch in den Trainingsgruppen weiter unten nicht alles so läuft, wie es sollte. "Ich kann die Leute nicht zum Skifliegen zwingen, das ist eine Gratwanderung von der ersten bis zur letzten Startnummer. Aber es wird mit den Leuten offenbar zu wenig in Richtung risikobereitem Sport gearbeitet", sagte der Vorarlberger.

Unabhängig davon verlief der Bewerb trotz wechselnder Winde auf hohem Niveau, wovon der 224,5-m-Flug von Matti Hautamäki sowie die (gerodelten) 224 m von Martin Schmitt sowie eine Vielzahl von Versuchen jenseits der 215-m-Marke zeugen. Sehr konstant einmal mehr Sven Hannawald mit 215 und 220 Metern, aber auch die 217,5 m von Andreas Widhölzl gaben für den (schließlich geplatzten) Schlussbewerb am Sonntag Hoffnung. "Wir sind letztlich mit einem guten Gefühl für Sonntag aus dem Wettkampf gegangen", hoffte Innauer für das Finale auf einen Spitzenplatz.

Skiflug-Teambewerb in Planica:
1.
Finnland
1.612,7 Pkt.
2.
Deutschland
1.539,5
3.
Österreich
1.494,0
4.
Japan
1.427,3
5.
Slowenien
1.369,1
6.
Norwegen
1.330,9
7.
Frankreich
1.266,3
8.
Tschechien
963,1
9.
Polen
933,0

5.3.2002 13:46