Erster Dopingfall bei den Paralympics
- Deutscher Langläufer Oelsner suspendiert
- Zwei Goldmedaillen aberkannt
Nun sind auch die Paralympics von einem Dopingfall betroffen. Wegen eines positiven Dopingbefunds war der Deutsche Thomas Oelsner in der Nacht zum Dienstag für das Rennen über 10 km Freistil im Langlauf vom Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) suspendiert worden.
Unmittelbar nach dem Sieg im Biathlon wurde in seinem Körper das verbotene, anabole Steroid Methenolone gefunden. Die B-Probe soll in den kommenden Tagen im vom IPC anerkannten Labor in Los Angeles vorgenommen werden.
"Auf der Grundlage der positiven Testresultate wurde Thomas Oelsner disqualifiziert. Seine Goldmedaillen im Biathlon und auf der klassischen Kurzdistanz wurden ihm aberkannt", erklärte der deutsche Chef de Mission Karl Quade den Beschluss des IPC-Exekutiv-Komitees. Die deutsche Mannschaftsleitung wurde von dem Dopingbefund am Montag (Ortszeit) eine halbe Stunde vor Mitternacht informiert. "Nach der Anhörung von Thomas Oelsner und den näheren Fakten glauben wir an die Unschuld des Athleten. Wir werden alle Mittel und Wege ausnutzen, um seine Unschuld zu beweisen", kündigte Quade an.
Die erste offizielle Reaktion kam von Karl Hermann Haack, den Beauftragten der Bundesregierung für die Belange der Behinderten. "Ich bin über die Meldung von dem Dopingverdacht entsetzt", so das Mitglied des Bundestages, der nun auch Kürzungen im Etat nicht ausschließen möchte: "Ein sauberer, manipulationsfreier Sport auf allen Ebenen ist die Grundvoraussetzung für die Sportförderung des Staates."
Der tief am Boden zerstörte Oelsner, der wegen eines gelähmten linken Armes in der Schadensklasse LW 6/8 startete, ließ über Pressesprecher Jens Zimmermann seine Unschuld beteuern: "Ich bin sehr geschockt über die Vorwürfe. Ich kann diese unglaublichen Beschuldigungen gegen meine Person nicht nachvollziehen. Ich habe meine Leistungsfähigkeit niemals mit irgendeinem Medikament gefördert." Er hatte zum Auftakt der Paralympics im Biathlon und zwei Tage später über die klassische Kurzdistanz jeweils Gold gewonnen.
Der Aktivensprecher des deutschen Teams startet in Salt Lake City zum dritten Mal bei Winterspielen der Behinderten. Vor acht Jahren in Lillehammer und 1998 in Nagano hatte der 31-jährige Geographie- und Lehramtsstudent insgesamt fünf Gold- und vier Silbermedaillen geholt.

