Ausdruck der Sorge um die Informationsfreiheit

Tausende Menschen haben am Sonntag in 20 italienischen Städten an Menschenketten gegen die Mitte-Rechts-Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi teilgenommen. Die von parteiunabhängigen Komitees organisierten Demonstrationen fanden alle rund um Gebäuden der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt RAI statt. Die Demonstranten sorgen sich um die Informationsfreiheit im Land.
Damit sollte die Sorge um die Informationsfreiheit im Land zum Ausdruck gebracht werden. Berlusconi gehören drei der sechs landesweiten TV-Sender. Außerdem steht die neue RAI-Führung Berlusconis Koalition nahe.
An der größten Demonstration vor dem RAI-Hauptsitz in Rom nahmen nach Angaben der Organisatoren rund 10 000 Menschen statt. Prominenteste Teilnehmer waren der Chef der Linksdemokraten, Piero Fassino, sowie der Filmemacher Nanni Moretti.
Bereits im Februar hatten Berlusconi-Gegner eine Menschenkette rund um den Justizpalast in Rom organisiert. Anlass war der zehnte Jahrestag der Anti-Korruptionsoffensive "Saubere Hände" gewesen. Sie wollten so vor einer Gefährung der Unabhängigkeit der Justiz warnen. Berlusconi, der selbst wegen Bestechung vor Gericht steht, hat den italienischen Staatsanwälten vorgeworfen, der oppositionellen Linken nahe zu stehen. In Mailand hatten bei einer Veranstaltung zum Jahrestag der "Sauberen Hände" rund 40.000 Menschen gegen die Regierung demonstriert.
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