USA ziehen 400 Soldaten ab

Nach dreitägiger Unterbrechung wegen schlechten Wetters haben die Truppen der Koalition gegen den Terrorismus am Sonntag ihre Offensive gegen Taliban- und El-Kaida-Kämpfer in Ostafghanistan wieder aufgenommen. Dabei wurde nach US-Angaben ein Bunker-Komplex bombardiert und ausgeschaltet. Die USA haben dabei rund 400 Soldaten aus dem Kriegsgebiet abgezogen. "Operation Anaconda wird in Ostafghanistan fortgesetzt, bis die feindlichen Kräfte in der Region geschlagen sind", bekräftige zugleich der Sprecher beim US-Einsatzzentrums in Tampa (Florida), Charles Portman.
Sie wurden auf den Luftwaffenstützpunkt Bagram nördlich von Kabul geflogen. Die Truppen würden "neu positioniert", sagte der dortige US-Armeesprecher Bryan Hilferty dem US-TV-Sender CNN am Sonntag. Der "Hauptteil der Schlacht" sei vorbei.
Operation Ananconda geht weiter
"Operation Anaconda wird in Ostafghanistan fortgesetzt, bis die feindlichen Kräfte in der Region geschlagen sind", bekräftige zugleich der Sprecher beim US-Einsatzzentrums in Tampa (Florida), Charles Portman. Mit dem Vorstoß an diesem Wochenende könne die Aktion hoffentlich beendet werden, sagte Hilferty. "Wir haben mit Sicherheit einen Großteil dieser Terroristen und Extremisten ausgeschaltet, aber wenn noch mehr da sind und weiter kämpfen und nicht aufgeben, wird die Mission fortgesetzt." Schätzungen gehen von bis zu 800 Toten auf Seiten der El-Kaida- und Talibankämpfer aus. Nach afghanischen Angaben kamen bei den Luftattacken auch 16 Zivilisten ums Leben. Schlechtes Wetter behinderte am Wochenende die Boden- und Luftangriffe der USA.
In der Nähe von Gardes in der Bergprovinz Paktia kämpfen seit über einer Woche rund 1.000 US-Soldaten an der Seite von afghanischen Verbündeten und ausländischen Spezialeinheiten, darunter rund 100 deutsche Elitesoldaten. US-Kampfflugzeuge warfen fast pausenlos Bomben ab. In den Bergen haben sich Hunderte von Taliban- und El-Kaida-Kämpfern verschanzt. Auf US-Seite wurden bisher nach offiziellen Angaben acht Soldaten getötet. Es war für die amerikanischen Streitkräfte damit der blutigste Einsatz seit Beginn der Afghanistan-Offensive im Oktober.
In Gardes trafen nach Meldungen von CNN afghanische Verstärkungen von 600 bis 1.000 Mann mit schweren Waffen aus dem Norden des Landes ein. Bei einigen örtlichen Befehlshabern und Stammesführern in Ostafghanistan herrscht angeblich Unmut darüber, das die Nordallianz Kämpfer aus anderen Stammesgebieten zur ihrer Unterstützung entsandt hat. Ein lokaler Kommandant sagte der afghanischen Nachrichtenagentur AIP, eine Verstärkung durch die Nordallianz sei nicht notwendig und würde die Lage nur komplizieren. Tatsächlich verschärften sich die ethnischen Spannungen in der Region weiter. In der Stadt Khost, die als Hochburg von Taliban und El Kaida gilt, wurden vier Männer vom regierungstreuen Stamm der Sadran von Heckenschützen erschossen.
Frankreich lehnt Beschuss von Zielen ab
Frankreich hat bei der "Operation Anaconda" in Ostafghanistan wiederholt den Beschuss von Zielen abgelehnt, die das US-Kommando vorgegeben hatte. Dies wurde am Samstag in Paris aus französischen Militärkreisen bekannt. Französische Kampfflugzeuge der Typen Mirage 2000-D und Super-Etendard beteiligen sich an der vor einer Woche begonnenen Operation. Sie warfen nach den Angaben bisher 19 Mal lasergesteuerte Bomben auf etwa ein Dutzend Ziele ab.
Die Weigerung, bestimmte Ziele anzugehen, bedeutet nach den Angaben aus Militärkreisen nicht unbedingt, dass Uneinigkeit über das anvisierte Ziel bestehe. Ein Land, das an der Operation teilnehme, könne beispielsweise auch der Auffassung sein, dass seine Flugzeuge nicht am besten geeignet seien, um ein bestimmtes Ziel anzugreifen. Dagegen berichtet die Tageszeitung "Le Monde" unter Berufung auf Vertreter der Streitkräfte, französische Piloten hätten mehrere Einsätze wegen humanitären Bedenken verweigert. Im Gegensatz zu den US-Soldaten hätten die Franzosen das Risiko für die Bevölkerung als zu hoch eingeschätzt.
König kehrt aus dem Exil zurück
Nach fast 30 Jahren im Exil soll der frühere afghanische König Mohammed Zahir in den nächsten Tagen in seine Heimat zruückkehren. Karsai sagte in Kabul, der 87-Jährige sei willkommen. Er werde ein "wichtige Rolle" im Normalisierungsprozess spielen. Seine Aufgabe ist es nach dem Petersberger Abkommen vom Dezeember, Mitte des Jahres die Große Versammlung der Stammesfürsten (Loya Jirga) einzuberufen. Sie soll eine neue Übergangsregierung wählen, die für Mitte 2004 Wahlen organisieren soll.
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