Verstöße bei Donaufrachtschifffahrt untersucht

Frächter-Skandal Teil 2? Das auf der Donau tätige Frachtschifffahrtsunternehmen DDSG-Cargo soll in mehreren hundert Fällen Verstöße gegen beschäftigungs-, sozial- und abgabenrechtliche Verpflichtungen begangen haben. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.
Laut FORMAT erheben Ermittler in Deutschland und Österreich den Vorwurf, das Unternehmen wende ebenso fragwürdige Praktiken auf der Donau an, wie sie beim Frächterskandal auf der Straße aufgedeckt wurden. So heuert eine zypriotische Donau Ship & Crew Management Ltd. für die DDSG Besatzungen in Osteuropa an, die pro Tag zwischen 32,5 und 40 Euro verdienen.
Tätig sind die Seeleute dann für die ungarische Pannon Cargo: deren Frachtschiffe sind auf die DDSG-Cargo zugelassen. Registriert schließlich sind die Schiffe im bayerischen Regensburg. FORMAT zitiert Robert Hengster, Sekretär der Gewerkschaft Handel, Transport und Verkehr, mit den Worten: "Das sind sittenwidrige Sklavenverträge."
Wie FORMAT weiter berichtet, soll die DDSG-Cargo mit dieser Konstruktion das österreichische Ausländerbeschäftigungsrecht umgehen. Ingrid Nemec, Sprecherin von Arbeitsminister Martin Bartenstein, bestätigt gegenüber FORMAT: Der Fall wurde vom Arbeitsinspektorat geprüft. Bei uns läuft jetzt ein Verfahren."
Die DDSG-Cargo weist laut dem FORMAT-Bericht alle Vorwürfe zurück. Unternehmensanwalt Peter Vögel qualifiziert die Vorwürfe als "gezielte Anwürfe gegen unsere Mandantschaft, die sie kriminalisieren sollen." Vögel bestätigt allerdings Anzeigen beim Arbeitsinspektorat: "Davon sind 49 Dienstnehmer der Pannon Cargo betroffen." Laut dem Anwalt würden die Behörden die DDSG-Cargo "mit blindwütigem Eifer verfolgen."
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