Freitag, 8. März 2002

Konstruktive Gespräche mit irakischem Außenminister

UNO-Generalsekretär Kofi Annan will der irakischen Regierung eine weitere Chance geben, im Streit über die Rückkehr von Rüstungsinspektoren eine Lösung herbeizuführen. Das teilte er nach einem als "positiv und konstruktiv" bewerteten Gespräch mit dem irakischen Außenminister Naji Sabri am Donnerstag im New Yorker UNO-Hauptsitz mit.

Dies war die ranghöchste Begegnung zwischen Vereinten Nationen und dem Irak seit einem Jahr.

In der Sache brachte der Meinungsaustausch zwischen Annan und Sabri keine konkreten Fortschritte. Der Generalsekretär bezeichnete das vom irakischen Präsidenten Saddam Hussein initiierte Treffen aber als "offen und nützlich". Er stimmte nach Angaben von UNO-Sprechern einem Folgetreffen Mitte April unter der Bedingung zu, dass die Tagesordnung vorher vereinbart wird und sich auf die Rückkehr der Inspektoren und andere Kernfragen konzentriert.

Annan wird nach UNO-Angaben noch am Freitag den Sicherheitsrat über sein Gespräch mit Sabri informieren. Der Chef der Rüstungsinspektoren, Hans Blix, der ebenfalls an dem Treffen teilnahm, wird das Gremium zudem über den Stand der Vorbereitungen für die Wiederaufnahme der Inspektionen unterrichten. Die seit elf Jahren gültigen Sanktionen gegen den Irak sollen erst aufgehoben werden, wenn UNO-Inspektoren die Zerstörung des irakischen Arsenals an Massenvernichtungswaffen bestätigt haben.

Der irakische UNO-Gesandte Mohammad El Douri erklärte vor Beginn des Treffens am Donnerstag, die Gesprächsbereitschaft des Irak habe nichts mit der Drohung der USA zu tun, das Land möglicherweise anzugreifen. Das US-Außenministerium erklärte unterdessen, der Irak habe Hilfslieferungen im Rahmen des Programms Öl-für-Lebensmittel für militärische Ziele zweckentfremdet.

8.3.2002 08:06