Milosevic-Prozess am Montag fortgesetzt

Der jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic hat Angaben über die systematische Diskriminierung von Albanern im Kosovo widersprochen. Milosevic suchte dabei die Auseinandersetzung mit einem neuen Zeugen, dem ehemaligen Richter Hasan Prufi aus der Kosovo-Stadt Djakovica . Aussagen des Zeugen über eine "diskriminierende Gesetzgebung Serbiens ab 1991" widersprach Milosevic.
Opfer von Gewalt führte er - wie schon in den vergangenen drei Wochen - auf die NATO-Luftangriffe im Frühjahr 1999 und die Aktivitäten der Kosovo-Befreiungsarmee UCK zurück. "Wissen Sie, dass das Gesundheitszentrum (in Djakovica) vor dem Krieg 770 Beschäftigte hatte, davon 740 Albaner", versuchte Milosevic den Zeugen Hasan Prufi, der 1991 seinen Richterposten in Djakovica verloren hatte, auf Glatteis zu führen. Allerdings verstrickte sich Milosevic bei detaillierten Angaben über die Familie von Prufi offenbar in Fehler.
Auch seine Bemühungen, die Zerstörungen in Djakovica NATO und UCK zuzuschreiben, scheiterte. "Kein einziges Haus in Djakovica ist durch auch nur eine NATO-Bombe zerstört worden", wiederholte der Zeuge auch als Milosevic ein ganz konkretes serbisches Familienhaus nannte. Prufi betonte, dass er die Aktivitäten der UCK zum Schutz der Bevölkerung vor dem Terror der serbischen Sicherheitskräfte unterstützt hatte.
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