Sonntag, 3. März 2002

Auch Deutschland an der Spitze

Die Deutschen und Österreicher verdienen am meisten. Spanien, Portugal und Griechenland bilden die Schlusslichter beim Gehaltsvergleich in der Euro-Zone. Das ergab die jetzt veröffentlichte Studie "Soziales Eurobarometro" der katalanischen Gewerkschaft COC. Die Studie hat die Gehälter in den Bereichen Produktion, Verwaltung, Informatik, Vertrieb, Gesundheitssystem und Medien in den verschiedenen Länder der Euro-Zone untersucht.

Dabei stellte sich heraus, dass beispielsweise Direktoren von Produktionsunternehmen in Deutschland ein durchschnittliches Bruttoeinkommen von 8.136 Euro haben, österreichische Kollegen auf 7.782 Euro kommen, während Griechen mit gerade einmal der Hälfte (3.347 Euro) nach Hause gehen. Portugiesische Unternehmensdirektoren haben sogar nur 2.168 Euro im Geldbeutel. Das durchschnittliche Bruttoeinkommen in der Euro-Zone liegt bei 6.404 Euro im Monat.

Im Informatikbereich verdienen deutsche und österreichische Analysten gleich drei Mal so viel wie ihre Arbeitskollegen in Griechenland und Portugal. Auch in allen anderen Sparten zieht sich diese Grundstruktur bis zum Ende durch.

Deutsche und Österreicher besetzen in allen Vergleichsberufen die ersten beiden Ränge der Gehaltsliste. Danach kommen Luxemburger, Belgier, Niederländer und Franzosen. Den sechsten Platz nimmt Finnland ein, dicht gefolgt von Irland. Italienische Arbeiter belegen im Gehaltsranking den achten Platz. Spanien befindet sich auf dem drittletzten, Griechenland auf dem vorletzten Platz und Portugal ist das ewige Schlusslicht.

Besonders stark zeigen sich die Gehaltsunterschiede im Verwaltungssektor auf. Während deutsche Abteilungsleiter mit 3.535 Euro am Monatsende nach Hause gehen und Österreicher mit 3.381 Euro, hat der portugiesische Abteilungsleiter nur 942 Euro im Geldbeutel. Der Euro-Durchschnitt liegt bei 2.782 Euro. Auch portugiesische Krankenschwestern schauen mit einem durchschnittlichen Brutto-Gehalt von 590 eher neidisch auf ihre Kolleginnen in Deutschland und Österreich, wo sie 2.214 Euro bzw. 2.118 Euro verdienen. Das Durchschnittseinkommen in der Euro-Zone liegt bei 1.743 Euro monatlich.

Auch im Medienbereich sieht das Bild nicht anders aus. In Portugal gehen Redakteure am Monatsende mit durchschnittlich 731 Euro schlecht aus. Deutsche Journalisten verdienen hingegen 2.744 Euro und Österreicher 2.625.

Die katalanische Gewerkschaft COC wird jeden Monat eine Studie über ein neues Untersuchungsfeld innerhalb der Serie des "Sozialen Eurobarometros" vorstellen.

3.3.2002 12:43