Einkaufsfahrt in die EU: So importieren Sie selbst

Die Unterschiede bei Kfz-Preisen in der EU sind gewaltig. FORMAT zeigt, bei welchen Modellen sich der Eigenimport aus Dänemark, Griechenland oder Schweden lohnt und wo Sie Ihren Neuwagen am billigsten bekommen und wie der Eigenimport aus EUStaaten funktioniert.
Eine kleine Reise an die Ostsee macht sich für österreichische Autokäufer rasch bezahlt, das Sparpotential beträgt laut einer aktuellen EU-Studie fast 5.000 Euro. Das Prinzip des grenzüberschreitenden Autoverkaufs ist einfach: Privatpersonen können im EU-Ausland jeden Neuwagen zum Nettopreis ordern und nach Österreich überführen.
Das heimische Finanzamt kassiert dann die typenabhängige NoVA und 20 Prozent Mehrwertsteuer. Dabei werden die gleichen Steuersätze wie bei einem Inlandskauf angewendet. Das heißt: Grundlage für die Frage, ob sich der Selbstimport lohnt, ist der Vergleich der jeweiligen Nettopreise vor Steuern.
So kostet zum Beispiel der Mazda 626 mit 100 PS laut EU in Kopenhagen vor Steuern 10.623 Euro, in Österreich beträgt der Listenpreis dagegen 15.596 Euro netto, das entspricht einer Ersparnis von 31,8 Prozent. Der Preisvorteil beschränkt sich nicht auf die Marke Mazda. Laut der in der Vorwoche veröffentlichten Studie der EU-Kommission zählt Österreich neben Deutschland nahezu durchgehend zu den Hochpreisländern im Autohandel. So bringt der Kauf eines Toyota Corolla in Dänemark immerhin 3.437 Euro, der Erwerb eines BMW 520 in Schweden 4.533 Euro Nettoersparnis.
Ursachen für die enormen Preisunterschiede
Die Ursache für diese teilweise extremen Unterschiede liegen vor allem an den unterschiedlichen Abgaben innerhalb der EU. So zahlen Dänen beim Neuwagenkauf bis zu 150 Prozent Steuern. Damit sich dort Normalverdiener überhaupt noch Autos kaufen können, wird der Nettopreis von den Herstellern auf ein Minimum heruntergefahren.
Es gibt keine klaren Regeln, welches Auto wo am billigsten ist. Tendenziell am interessantesten ist der Selbstimport in der Mittelklasse, absolute Topmodelle sind dagegen europaweit ziemlich ähnlich gepreist – nach dem Motto:Wer sich die Mercedes S-Klasse leisten kann, muß ohnehin nicht auf den Euro schauen.
Europa macht's einfach
Wer jetzt von langwierigen Behördengängen, Bewilligungsverfahren und hohen Gebühren ausgeht, irrt. Die wenigen bürokratischen Hürden beim Selbstimport sind leicht zu überwinden. Einen ersten Preis-Check erlaubt die EU-Website (http:// europa.eu.int/comm/competition/ car_sector/price_diffs), auf der sich die Listenpreise der gängigsten Modelle aller EU-Staaten finden. Ist das Wunschauto gewählt, empfiehlt es sich, erst in Österreich den Rabattspielraum auszuloten, dann den entsprechenden Nettopreis auszurechnen und anschließend mit Händlern im günstigsten Land Kontakt aufzunehmen, um die Konditionen zu ermitteln. Generell gilt: In den Tiefpreisländern ist die Möglichkeit für zusätzliche Rabatte extrem gering. AB
Ab 800 € Preisunterschied lukrativ
ÖAMTC-Expertin Elisabeth Brugger-Brandau über die wichtigste Faustregel beim Eigenimport von Autos: „Ab einem Nettopreisunterschied von rund 800 Euro lohnt sich die Autoshoppingtour selbst bis nach Dänemark.“ Dann sind sogar Reise- und Überführungskosten gedeckt.
Den genauen Preisvergleich, sowie die Tipps für den Kfz-Import in der Praxis finden Sie im neuen FORMAT.

