Freitag, 1. März 2002

Die US-Konjunkturdaten weisen auf Aufschwung hin

In den USA zeichnet sich zunehmend ein kräftiger konjunktureller Aufschwung ab. Hierauf haben zumindest die am Freitag veröffentlichte Daten hingedeutet. So wies das Institute für Supply Management (ISM) eine überraschend starke Zunahme ihres Einkaufsmanagerindex auf 54,7 Punkte im Februar aus. Dies war der erste Anstieg des Index über die wichtige Marke von 50 Punkten seit Juli 2000.

Zuvor befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt mit einer Zunahme auf lediglich 50,9 gerechnet. Für den Jänner bestätigte das ISM den Index-Wert von 49,9.

Zudem meldete das Handelsministerium für die US-Bauausgaben eine Zunahme im Jänner um 1,5 Prozent gegenüber dem Vormonat. Dies war der stärkste Anstieg innerhalb der vergangenen zwölf Monate. Volkswirte hatten im Durchschnitt lediglich einen Anstieg um 0,4 Prozent erwartet. Etwas enttäuschend fiel dagegen der endgültige Wert für den von der Universität Michigan berechneten Index der Verbraucherstimmung aus. Dieser lag bei 90,9 nach 93,0 im Jänner. Der Index-Rückgang war erwartet worden.

Norbert Ore vom ISM verwies darauf, dass der Februar die Wende für das Verarbeitende Gewerbe in den USA signalisiert habe. Dies zeige sich an den separaten Indikatoren zum Auftragseingang und zur Produktionsentwicklung, die allesamt auf eine steigende Aktivität im Industriesektor hindeuteten. Die Beschäftigung entwickelt sich Ore zufolge jedoch weiterhin schwach. Da sie aber ein nachlaufender Indikator sei, werde es noch einige Monate dauern, bis auch hier ein Wendepunkt verzeichnet werde.

Ore merkte im Weiteren an, sollte sich der Februar-Stand des ISM- Index als jahresdurchschnittlicher Wert für 2002 behaupten, würde dies auf ein BIP-Wachstum von 4,4 Prozent in den USA hindeuten. Angesichts dieser sehr positiven Konjunkturaussichten stuften Analysten nach der Veröffentlichung des ISM-Index die Wahrscheinlichkeit für eine Straffung der geldpolitischen Zügel schon im Sommer als relativ hoch ein.

Auch Europa mit Kurs nach oben
Auch europäische Konjunkturindizies, die am Freitag veröffentlicht wurden, wiesen nach oben. Der Reuters-Einkaufsmanagerindex (EMI) für die Euro-Zone war im Februar auf 48,6 von 46,3 Punkten im Jänner auf den höchsten Stand seit April 2001 und hatte damit die Analystenerwartung von 47,2 Punkte übertroffen. In Deutschland stieg der Reuters-Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt auf 47,3 von 44,3 Punkten im Jänner. Analysten sagten, die Industrie der Euro-Zone stehe kurz vor ihrem Aufschwung.

Die guten US-Konjunkturdaten haben unteressen die europäische Gemeinschaftswährung sinken lassen. Die sich abzeichnende Erholung der US-Konjunktur habe den Euro unter Druck gebracht, sagten Händler. Um 17.20 Uhr kostete die europäische Gemeinschaftswährung in Frankfurt 0,8642 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag bei 0,8679 (Donnerstag: 0,8651) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 1,1522 (1,1559) Euro.

1.3.2002 18:23