Donnerstag, 28. Februar 2002

Preistreiber: Vor allem Südfrüchte

Der Preisauftrieb hat sich in Österreich im Jänner wieder etwas beschleunigt. Preistreiber sind die Nahrungsmittel, vor allem Frischgemüse. Die Inflationsrate stieg im Jahresabstand auf 2,1 Prozent, nach 1,9 Prozent im Dezember.

Die Zahlen stammen von der Statistik Austria. Im November hatte die Teuerungsrate noch 2,1 und im Oktober 2,5 Prozent im Jahresabstand betragen. Im Vergleich zum Vormonat Dezember erhöhte sich das Preisniveau um 0,3 Prozent.

Ein Drittel der Teuerung durch Nahrungsmittel
Für die Preissteigerung beim nationalen VPI von +2,1 Prozent im Jahresabstand war im Jänner allein zu einem Drittel verantwortlich:
x - der Bereich Nahrungsmittel (+4,7 Prozent) Weiters:
x - "Verschiedene Waren und Dienstleistungen" (+3,0 Prozent),
x - "Erziehung und Unterricht" (+30,5 Prozent),
x - "Wohnen" (+1,2 Prozent).

Gemüse um ein Viertel teurer!
Bei Nahrungsmitteln gab es etliche Preissteigerungen:
o - frisches Gemüse ohne Kartoffeln (+25 Prozent),
o - Fleisch und Fleischwaren (5 Prozent)
o - Milch, Käse und Eiern (6 Prozent)

z.B.:
- Pressschinken +7 Prozent,
- Extrawurst +6 Prozent,
- Vollmilch +11 Prozent,
- Emmentaler +9 Prozent.

Schlimme Preistreiber: Mittelmeer-Früchte
Die größten Preissteigerungen zum Vormonat Dezember gab es bei der Gruppe "Nahrungsmittel und Alkoholfreie Getränke" (insgesamt +2,6 Prozent). Hier war es primär aus dem Mittelmeerraum importiertes Gemüse und Obst, das laut Statistik Austria wegen der schlechten Wetterlage einen drastischen Preisschub zu verzeichnen hatte. Preise für Frischgemüse legten um 24 Prozent zu. Darin sind Extremfälle wie Salat (+58 Prozent) enthalten, Karfiol und Zucchini sind sogar um fast die Hälfte teurer als noch vor einem Monat.

Betriebskosten für Mietwohnungen gestiegen
Bei Erziehung und Unterricht schlug weiter die Einführung der Studiengebühr durch, die laut Statistikern noch bis September die Inflationsrate um 0,2 Prozentpunkte nach oben treiben wird. Beim Wohnungsaufwand war mit +3 Prozent v.a. Material ur Wohnungsinstandhaltung auffällig. Auch die Betriebskosten für Mietwohnungen verteuerten sich gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent.

Nur wenig billiger: Verkehr und Telekommunikation
Im Jahresabstand billiger wurden Verkehr (-0,5 Prozent) und Nachrichtenübermittlung (-0,1 Prozent). Im Bereich Verkehr gab es bei den Treibstoffpreisen weiterhin einen stark sinkenden Verlauf gegenüber dem Vorjahresniveau (Diesel -12 Prozent, Super- und Normalbenzin -7 Prozent). Bei der Nachrichten-Übermittlung wirkten die Telefondienstleistungen (-1 Prozent; Festnetz Gesprächsgebühr -3 Prozent, Festnetz Online-gebühr -3 Prozent), inflationssenkend.

Im Bereich "Verschiedene Waren und Dienstleistungen" waren im Vergleich zum Dezember Preissteigerungen bei Dienstleistungen zum Sozialschutz (+4 Prozent; u.a. Heimhilfe +35 Prozent, Seniorenheim +2 Prozent) festzustellen, und es wurden diverse Versicherungsprämien um durchschnittlich +1 Prozent teurer.

Im Vergleich zum Vormonat Dezember die größten Preissenkungen gab es bei "Bekleidung und Schuhe" (-3,3 Prozent wegen Winterschlussverkauf), "Nachrichtenübermittlung" (-0,9 Prozent), "Freizeit und Kultur" (-0,7 Prozent) und "Verkehr" (-0,4 Prozent).

28.2.2002 10:08