Hoher Einsatz: Kanzler-Kandidatur oder Polit-Ausstieg

Der FP-Sonnyboy Karl-Heinz Grasser setzt im FP-Machtkampf alles auf eine Karte. Und will jetzt mit Überraschungscoup bei der Steuerreform gegen Haider punkten. Das Nachrichtenmagazin NEWS bringt alles über die Pläne des möglichen neuen Kanzlerkandidaten der FPÖ.
Gegenüber Freunden machte der 33-jährige, blaue Finanzminister Karl-Heinz Grasser dieser Tage aus seinem Herzen keine Mördergrube: "Entweder ich kann meinen Weg in der FPÖ eigenständig fortsetzen, oder die müssen ganz auf mich verzichten." Er werde sich jedenfalls "sicher
nicht zu einer Steuerreform zwingen lassen, die wir uns nicht leisten können". Und er werde auch Jörg Haider weiter "kritisieren, wenn ich es für nötig" halte. Will Grasser, der blaue Star mit Bestwerten in sämtlichen Umfragen, also wie schon 1998 der Politik über Nacht den Rücken kehren? Wechselt Grasser tatsächlich zurück in die Privatwirtschaft, wie die "Salzburger Nachrichten" vermeldet hatten? Oder legt es Grasser vielmehr geschickt auf einen weiteren Karrieresprung an? Von Aufstieg bis Ausstieg ist alles möglich, antworten Vertraute des Finanzministers.
Der Überraschungs-Coup
Grasser pokert derzeit um "alles oder nichts". Obwohl Jörg Haider auf einer "Steuerreform ohne Wenn und Aber noch in dieser Legislaturperiode" besteht, bleibt Grasser offiziell beständig auf der Bremse. Und erklärt schlicht: "Ich werde mich zwar bemühen, aber ich kann nichts versprechen." Grassers Kalkül ist klar: Er plant eine "Überraschungs-Steuerreform". Ein Grasser-Intimus erklärt: "Er bremst jetzt so offensichtlich, um dann noch mehr zu glänzen. Dass eine kleine Steuerreform kommt, ist längst ausgemacht." Die von Haider geforderten 2,5 Milliarden Euro für die "kleinen Leute" seien allerdings "nicht drin". Und da werde Grasser auch hart bleiben.
Kanzler-Kandidat
Er möchte sich schließlich bewusst als Antipode zum Populisten Haider aufbauen, um dann als blauer Kanzlerkandidat bei der nächsten Nationalratswahl unbeschadet von blauen Konflikten samt Steuerentlastung in den Ring steigen zu können. Daher hat er auch die klarsten Worte zu Haiders Bagdad-Reise – "Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, nach Bagdad zu fahren" – gefunden und auch Haiders Adamovich-Sager scharf kritisiert. Dass er dafür vom Kärntner FP-Chef Martin Strutz kritisiert wurde, ficht Grasser dabei nicht an.
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