Österreichs Top-Notenbanker als heißer Kandidat

Journalisten wollten es genau wissen: Wird Klaus Liebscher, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), der neue Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt? Der Gefragte erteilt Spekulationen keine klare Absage: "Ich strebe das nicht aktiv an," sagt er nur.
Private Gründe
Zweifellos biete Frankfurt in punkto Lebensqualität und beruflichem Umfeld eine hohe Qualität, es gebe für ihn, Liebscher, aber mehrere "private Gründe", warum er eine Präferenz für Wien hege.
Nach einem Zeitungs-Bericht sollen die Chancen des österreichischen Nationalbankchefs für den neuen EZB-Vizepräsidenten gestiegen sein, nachdem der belgische Kandidat Guy Quaden abgewunken hat. Die aussichtsreichsten Kandidaten sind jetzt Klaus Liebscher aus Österreich und Vitor Constancio aus Portugal.
Kandidatenfeld ist eingeengt
Beamte der EU-Kommission und der EZB gehen davon aus, dass der Nachfolger des am 31. Mai aus dem Amt scheidenden Vizepräsidenten der Europäischen Zentralbank, Christian Noyer, aus einem der sechs kleinen Euro-Länder stammen wird, die noch nicht im EZB-Vorstand vertreten waren. Das sind neben Österreich, Portugal und Belgien auch Griechenland, Irland und Luxemburg. Griechenland hat zwar einen sehr guten Kandidaten, aber voraussichtlich nicht genug Unterstützung unter den anderen EU-Ländern. Auch gegen den Luxemburger Yves Mersch gibt es Einwände, der Ire Maurice O'Neill ist ein unwahrscheinlicher Kandidat, weil er kommenden Monat seine Arbeit als Zentralbankchef Irlands aufgibt.

