Freitag, 1. März 2002

Krisensitzung für Mittwoch anberaumt

Portugals Präsident Jorge Sampaio hat einen neuen Vorstoß gestartet, um die Austragung der Fußball-Europameisterschaft 2004 in seinem Land zu retten. Nach monatelangen Streitigkeiten um die Finanzierung von Stadionbauten rief der Staatschef die Verantwortlichen des Sports und der Politik für den kommenden Mittwoch zu einer Krisensitzung zusammen. Sampaio appellierte nach Presseberichten an die Politiker des Landes, die EM nicht zum Gegenstand des Parteiengezänks zu machen.

Portugals größte Verine Benfica Lissabon und der FC Porto sahen den Neubau ihrer Stadien in Frage gestellt, nachdem die Stadtverwaltungen auf Grund leerer Kassen bei den Zuschüssen Abstriche gemacht hatten. In Porto wurden gar die Bauarbeiten an der Arena "Das Antas" gestoppt, in der das EM-Eröffnungsspiel stattfinden soll. Der Präsident der Europäischen Fußball-Union (UEFA), Lennart Johansson, drohte den Portugiesen mit dem Entzug der EM.

Sampaio bekräftigte, dass Portugal die eingegangenen Verpflichtungen erfüllen werde. Zugleich warnte er die Politiker davor, das internationale Ansehen des Landes zu gefährden. Portugals Parteien eröffneten am Wochenende die heiße Phase des Wahlkampfes zu den vorgezogenen Parlamentswahlen am 17. März. Die Ausrichtung der EM-Endrunde wurde dabei zum wichtigsten Thema der Debatten.

Portugal will für die EM acht Stadien neu bauen und zwei gründlich überholen. Das Vorhaben soll das Land, das kürzlich von der Brüsseler EU-Kommission wegen seines Haushaltsdefizits verwarnt worden war, mehr als 600 Millionen Euro kosten.

1.3.2002 12:43