Klagenfurter Stadion letztes Puzzleteil in EM-Bewerbung
- Baukosten teilen sich Bund, Stadt, Land
- Altes Stadion wird zu Ballsportzentrum ausgebaut

Mit der endgültigen Entscheidung für ein neues Fußball-Stadion im Klagenfurter Stadtteil Waidmannsdorf steht die Bewerbung von Österreich und der Schweiz für die EM-Endrunde 2008. "Damit ist auch das letzte Puzzleteil eingefügt, jetzt haben wir gute Chancen, zusammen mit unserem starken Partner den Zuschlag zu bekommen", freute sich die für Sport zuständige Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer (F), die noch einmal die wirtschaftliche Bedeutung der EM-Kandidatur hervorstrich.
Die neue Arena südlich des alten Stadions ist für rund 15.000 Zuschauer konzipiert, im Falle des EM-Zuschlages würden 30.000 Fußball-Begeisterte Platz finden. Der Baubeginn steht noch nicht fest, als frühest möglicher Zeitpunkt wurde das Frühjahr 2003 genannt, der erste Spatenstich könnte aber auch erst 2004 erfolgen. Die Kosten von 44 Mio. bis 47 Mio. Euro für ein EM-taugliches Stadion werden zu je einem Drittel von Bund, Land und Stadt getragen.
Ein möglicher Rückbau nach der EM ist laut Projektleiter Manfred Pock kein Problem. "Die Tribünenteile und Dächer könnten in anderen Kärntner Sportstätten verwendet werden." Das alte Wörthersee-Stadion soll renoviert und zu einem Ballsport-Zentrum ausgebaut werden.
Am Donnerstag hatten sich ÖVP, SPÖ und FPÖ auf das neue Stadion geeinigt. Das Projekt wird am kommenden Dienstag dem Gemeinderat zur Abstimmung präsentiert und soll am nächsten Tag dem ÖFB übermittelt werden. "Ich gehe von einem einstimmigen Beschluss aus", erklärte der Klagenfurter Bürgermeister Harald Scheucher (V) und wies auf die große Zustimmung der Einwohner hin. "Das Projekt wird von der gesamten Klagenfurter Bevölkerung getragen."
Für das neu entstehende Sportstätten-Zentrum inklusive altes Stadion stehen 150.000 Quadratmeter zur Verfügung. "Das ist, glaube ich, einmalig in Österreich", sagte Scheucher, der für die EM bereits ein fertiges Verkehrskonzept in der Schublade hat. "Es wird lediglich der Plan der Olympia-Bewerbung 2004 etwas adaptiert."
Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) war auch in seiner Eigenschaft als Präsident des Bundesligisten FC Kärnten über den Beschluss für ein neues Stadion erfreut. "Ich bin froh, dass eine Entscheidung gefallen ist, die eine Konzentration von mehreren Sportstätten ermöglicht. Das ist auch für den FC Kärnten gut, der nun weiß, unter welchen Bedingungen er in Zukunft spielen wird", meinte Haider, der den im Vorfeld ebenfalls in Betracht gezogenen Plan einer Renovierung des Wörthersee-Stadions als "nicht akzeptabel" bezeichnete.
Auch der scheidende ÖFB-Präsident Beppo Mauhart zeigte sich zufrieden. "Damit ist die letzte Hürde beseitigt, die einer erfolgreichen EM-Bewerbung entgegen gestanden wäre." Erstmals offiziell präsentiert wird die Kandidatur von Österreich und der Schweiz am 25. April beim UEFA-Kongress in Stockholm.
