200.000 Demonstranten protestieren gegen Berlusconi

Rund 200.000 Anhänger der oppositionelle Mitte-Links-Allianz "Ulivo" (Ölbaum) haben am Samstag an einer Großveranstaltung gegen Ministerpräsident Silvio Berlusconi teilgenommen. Der Massenkundgebung schlossen sich Mitglieder der Anti-Globalisierungsbewegung sowie Vertreter der Altkommunisten an. Geführt wurde der Protestzug von Oppositionschef Francesco Rutelli sowie vom ehemaligen Regierungschef Massimo D'Alema.
Mit der Großdemonstration protestierten die Anhänger der Opposition gegen die wiederholten Attacken der Mitte-Rechts-Regierung gegen Mailänder Richter, die einen Korruptionsprozess gegen Berlusconi führen. Die Demonstration richtete sich auch gegen ein vor zwei Tagen verabschiedetes Gesetz zur Bekämpfung des Interessenskonflikts der Regierungsmitglieder, das Berlusconi die Trennung von seinem TV-Imperium erspart.
Die Demonstranten, die aus ganz Italien kamen, trugen Spruchbänder gegen die "freiheitsvernichtende Politik" der Regierung Berlusconi. "Widerstand, Widerstand!", riefen mehrere Gruppen von Demonstranten. Dem Protestzug schloss sich auch der prominente frühere Ermittler und Symbol der Anti-Korruptions-Offensive "Saubere Hände", Antonio Di Pietro, an.
Italienische Linke zersplittert
Mit der Großveranstaltung in Rom will die Opposition auch auf eine tiefe Identitätskrise reagieren, die die italienische Linke seit der Niederlage bei den Parlamentswahlen im vergangenen Mai erschüttert. Eine tiefe Zersplitterung sowie der Mangel an einer starken Führung hat der Opposition in den vergangenen Monaten stark zu schaffen gemacht. Mit heftigen Widerstand gegen Berlusconi hofft die Linke ihren Zusammenhalt zurückzugewinnen. "Wir arbeiten an der Opposition, um bald wieder die Führung des Landes zurückzugewinnen", sagte D'Alema.
Berlusconi warnt vor "Hasskampagne"
Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat am Samstag angesichts der Massendemonstration der oppositionellen Mitte-Links-Allianz gegen sein Kabinett in Rom vor der "Hasskampagne" der Linken gewarnt. Bei einer Rede in der süditalienischen Stadt Foggia beschuldigte Berlusconi die Linke, die "demokratischen Regeln" zu missachten. Mit Massenkundgebungen und dem Einsatz politisierter Richter hoffe ein Teil der Opposition, die Mitte-Rechts-Regierung zu stürzen, die von Millionen von Italienern auf demokratische Weise gewählt worden sei, betonte Berlusconi, gegen den in Mailand ein Korruptionsprozess im Gange ist.
"In Italien bläst der Wind des ideologischen Hasses", sagte Berlusconi. Er warnte vor den von der Linken manipulierten Demonstrationen, bei denen geschrieen und diffamiert werde. Der Ministerpräsident verteidigte die Arbeit seiner seit neun Monaten amtierende Regierung, die seit ihrem Einsatz über 123 Gesetzesprojekte verabschiedet habe. Im Parlament seien 51 Gesetzentwürfe verabschiedet worden. "Keine Regierung in Italiens republikanischer Geschichte hat so viel geleistet", sagte der Ministerpräsident.
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