Mittwoch, 27. Februar 2002

SPEZIAL: JÖRG HAIDERS IRAK-REISE

Alfred Worm enthüllt Haiders geheimes Konto: Fünf Millionen stehen dem FP-Rambo jährlich zur freien Verfügung. Die FPÖ finanziert dem "einfachen Parteimitglied" Jörg Haider ein Verfügungskonto. Landesparteien und Landtagsklubs müssen jährlich für sein aufwendiges Politleben zahlen. Sagen Sie uns Ihre Meinung (DISKUSSION) und lesen Sie die ganze Story.

Kärnten ist Jörg Haider einfach zu klein. So zieht's ihn nicht nur in Schurkenstaaten, sondern auch nach New York. Immer Business-Class, immer in Top-Hotels. Mit knapp 4.500 Euro (60.000 öS) Monatslohn käme man da nicht weit. Die Partei hilft ihrem einfachen Parteimitglied aus.

Das offizielle Konto. Hat eine Auslandsreise Haiders einen quasi-parteilichen Grund, wird sie "in voller Höhe" von der FPÖ finanziert. Wobei besonderer Wert auf die Außenwirkung der weltweit bekannten Trademark Haider gelegt wird. So etwa war die im Vorjahr erfolgte Haider-Reise nach New York mit Besichtigung der Trümmer der Türme des World Trade Centers ("Ground Zero") oder der Besuch der Golfstaaten im Interesse der Partei, sodass sie auch von der FPÖ finanziert wurden.

Haiders Millionenfonds. Seit 1994 steht dem Kärntner Freiheitlichen Jörg Haider ein "Kohäsionsfonds" zur Verfügung, der aus den Mitteln der Landesorganisationen und der Landtagsklubs gespeist wird. Diese Organisationen müssen zwischen 2 und 3 Prozent ihres Budgets in diesen Fonds einzahlen, der zur freien Verfügung Haiders vorgesehen ist. Zuletzt war der Fonds mit 5 Millionen Schilling pro Jahr dotiert – die finanzschwachen Länder Niederösterreich und Steiermark sind von der Zahlung befreit.

Jörg Haider, der neben "offiziellen Parteireisen" (die in voller Höhe von der FPÖ-Bundespartei finanziert werden) und offiziellen Reisen als Landeshauptmann (die als Dienstreisen vom Land Kärnten bezahlt werden) noch über Verfügungsmittel des Landes Kärnten (3 Millionen pro Jahr) verfügt, dürfte den "Fonds" tatsächlich dazu verwenden, seine Aufsehen erregenden Reisen ins Ausland – Irak, Italien, Deutschland etc. – zu finanzieren.

De facto unterliegen diese Mittel keiner Kontrolle. Die Annahme, Haider würde mit Landesgeldern seiner parteipolitisch motivierten Reiselust frönen, ist wahrscheinlich falsch. Er schöpft aus dem Vollen – aus der FPÖ.

27.2.2002 18:42