Dienstag, 26. Februar 2002

Kopfschmerzen: Jeder 2. leidet Höllenqualen!

  • 10,2 Prozent der Österreicher haben Migräne
  • Neurologe präsentierte die erste repräsentative Studie

Erstmals gibt es genaue Zahlen über die "Pein" der Österreicher: 49,4 Prozent der Menschen über 15 Jahre leiden zumindest einige Male pro Jahr an Kopfschmerzen. 10,2 Prozent haben Migräne. Frauen sind davon zweieinhalb Mal häufiger betroffen als Männer. Pro Jahr "kostet" allein diese Art von Kopfschmerz der Volkswirtschaft 6,8 Millionen Arbeitstage.

Das sind die Kernpunkte der ersten repräsentativen österreichischen Studie die Ende Februar 2002 präsentiert wurde. Der Linzer Schmerzspezialist Dr. Christian Lampl (AKH) hatte die Häufigkeit dieser Beschwerden erfragt.

Der Neurologe: "Bisher war Österreich im Vergleich zu den europäischen Ländern bei den Daten über den 'primären' Kopfschmerz, also Kopfschmerz, der nicht eine Folge anderer Erkrankungen ist, ein 'weißer Fleck' auf der Landkarte. Die Erhebung zeigt, dass speziell der Anteil der Migräniker an der Gesamtbevölkerung in Österreich im europäischen Vergleich eher im unteren Drittel liegt. Nur ein geringer Teil allerdings geht wegen der Beschwerden zum Arzt."

13,8 Prozent der Österreichinnen haben Migräne
"49,4 Prozent der Österreicher leiden zumindest einige Male pro Jahr an Kopfschmerz. Davon sind 54,6 Prozent der Frauen und 43,7 Prozent der Männer betroffen. 10,2 Prozent der Österreicher sind Migräniker. Hier liegt das Geschlechter-Verhältnis von Männern zu Frauen bei eins zu zweieinhalb. 13,8 Prozent der Frauen und 6,1 Prozent der Männer klagen über Migräne."

6,8 Millionen Arbeitstage gehen pro Jahr verloren
Wie groß - abgesehen von den Leiden der Betroffenen - das volkswirtschaftliche Problem der Migräne ist, geht aus folgenden Daten hervor, die der Linzer Neurologe Dr. Christian Lampl per Umfrage erhoben hat: "In Österreich sind rund 486.000 der insgesamt etwa 3,8 Millionen Beschäftigten von Migräne betroffen. Im Durchschnitt fallen sie pro Jahr 14 Tage in der Arbeit aus. Das macht einen Verlust von 6,8 Millionen Arbeitstagen pro Jahr."

Gerade diese Daten sollten laut dem Experten zu einer verbesserten Betreuung der Patienten führen. Das würde sich auch volkswirtschaftlich rechnen. Der Neurologe: "Nur 16,8 Prozent der Migräniker gehen regelmäßig zum Arzt. 58,6 Prozent nehmen rezeptfreie Schmerzmittel und nur 0,8 Prozent der Migräniker werden mit den modernen spezifischen Migräne-Medikamenten, den Triptanen, behandelt."

26.2.2002 10:46