Dienstag, 26. Februar 2002

Saudiarabien sieht im Iran Faktor der Stabilität

Der saudiarabische Kronprinz Abdullah hat sich gegen eine Ausweitung des Anti-Terror-Kampfes auf den Iran und den Irak ausgesprochen. "Ich glaube nicht, dass der Krieg gegen den Terrorismus auf den Iran und den Irak zutrifft", sagte der Thronfolger und Regent dem US-Nachrichtenmagazin "Time". Seine Meinung zur Irak-Politik der USA habe er Präsident George W. Bush mitgeteilt, und dort solle sie auch bleiben.

Wenn es im Iran und im Irak Terrorismus gebe, dann sei dieser das Ergebnis kleiner Randgruppen, nicht der Regierungen, sagte Abdullah. Der Iran trage sogar zur Stabilität in der Region bei. "Es gab in der Vergangenheit Spannungen (mit dem Iran), aber diese sind gelöst", sagte der Kronprinz.

Bush hatte den Iran und den Irak zusammen mit Nordkorea als "Achse des Bösen" bezeichnet und den Ländern vorgeworfen, sie strebten nach Massenvernichtungswaffen. Die Spekulationen über ein militärisches Vorgehen der USA gegen den Irak haben neuen Auftrieb erhalten, als bekannt wurde, dass Bush und der britische Premier Tony Blair sich im April über eine Militäraktion als "zweite Phase" des Kampfes gegen den Terrorismus verständigen wollten.

Im Nahost-Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern seien Friedenstruppen nötig, um die Gewalt in den Griff zu bekommen, sagte Kronprinz Abdullah laut "Time". "Wir können beide Seiten trennen und Friedenstruppen einsetzen. Dann wird es Zeit sein, beide Seiten zurück an den Verhandlungstisch zu drängen."

UNO nimmt Gespräche mit Irak wieder auf
Der irakische Außenminister Nadschi Sabri wird nach Angaben der Vereinten Nationen am 7. März in New York mit UN-Generalsekretär Kofi Annan zusammentreffen. Wie die UNO am Montag in New York weiter mitteilte, soll ein "neuer Dialog " begonnen werden, wobei auch die Rückkehr von UNO-Waffeninspektoren nach Irak erörtert würde.

Sabri habe angedeutet, dass die Gespräche am 5. April fortgesetzt werden könnten. Zunächst wolle der irakische Außenminister an einer Sitzung der Arabischen Liga teilnehmen, hieß es weiter. UNO-Waffeninspektoren waren zuletzt Mitte Dezember 1998 im Irak.

26.2.2002 08:29