Nur Sachschaden nach Explosion bei Innenministerium

Ein handgemachter Sprengkörper ist Dienstag Früh in der Nähe des Innenministeriums in Rom explodiert und hat in Italien Angst vor einer neuen Terrorwelle ausgelöst. Die Bombe explodierte gegen 04.30 Uhr und sorgte für beträchtlichen Sachschaden, verletzt wurde niemand.
Fensterscheiben von Büros und Wohnungen wurden zerstört, auch mehrere Fahrzeuge wurden beschädigt. Verletzt wurde niemand. Die Straßen unmittelbar um das Ministerium wurden abgesperrt. Ein Motiv ist unklar, bis zuletzt bekannte sich niemand zu dem Anschlag.
"Es handelt sich um einen äußerst gravierenden Akt gegen ein Symbol der Sicherheit des Staates und der Bürger", sagte der italienische Innenminister Claudio Scajola, der mit dem Bürgermeister von Rom, Walter Veltroni, die Via Palermo in der Innenstadt aufsuchte, in der der Sprengkörper explodiert war. Der Innenminister, der nach der Detonation eine Sondersitzung des Komitees für öffentliche Ordnung und Sicherheit einberufen hatte, wird der Abgeordnetenkammer am Mittwoch über den Vorfall berichten. Auch Regierungschef Silvio Berlusconi und Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi zeigten sich über den Anschlag besorgt.
Innenpolitischer Wirbel um Gründe und Urheber des Anschlags
Der Ministerpräsident erklärte, Italien habe eine leidvolle Erfahrung mit dem Terrorismus, die nicht vergessen werden dürfe. Justizminister Roberto Castelli hatte erst am Wochenende nach der Demonstration der Linken vor der Gefahr einer Rückkehr des linksextremistischen Terrors gewarnt und somit für heftige Polemik gesorgt. Die Linke hatte mit einer Großkundgebung den "Tag der Legalität" zehn Jahre nach Beginn der Anti-Korruptions-Offensive "Saubere Hände" gefeiert und zum politischen "Widerstand" gegen Berlusconi aufgerufen.
Die oppositionelle Mitte-Links-Allianz kritisierte Berlusconis Worte. "Es gibt keinerlei Verbindung zwischen der Explosion und unserer Bewegung. Eine Verbindungen zwischen der Demonstration in Mailand und dem Anschlag herzustellen, bedeutet, uns auf verleumderische Weise zu attackieren, was wir mit Entrüstung und Sorge zurückweisen", erklärte der Fraktionschef der Linksdemokraten (DS, stärkste Oppositionspartei) im Senat, Gavino Angius. "Berlusconi nutzt die Ereignisse für seine politischen Zwecke aus", kritisierte der Ex-Starermittler Antonio Di Pietro, der an der Demonstration in Mailand teilgenommen hatte.
Verbindungen des Anschlages mit El Kaida wird untersucht
Die Ermittler wollen nun klären, ob Verbindungen zwischen der Bombenexplosion und der Festnahme der mutmaßlichen Mitglieder einer fundamentalistischen El Kaida-Zelle vergangene Woche in Rom besteht. Die Polizei hatte acht Marokkaner festgenommen, bei denen vier Kilogramm zyanidhältige Chemikalien und Stadtpläne beschlagnahmt wurden, in denen die US-Botschaft eingetragen war. Die Zelle von acht Marokkanern soll angeblich einen Giftanschlag auf die amerikanische Botschaft geplant haben.
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