Karsai wird in Teheran Khamenei treffen

In Teheran will sich der zu Besuch im Nachbarland Iran weilende Chef der afghanischen Übergangsregierung, Hamid Karsai, am Montag mit dem geistlichen Oberhaupt des Irans, Ayatollah Ali Khamenei, treffen. Der Iran hat Afghanistan Unterstützung beim Wiederaufbau des kriegszerstörten Landes zugesichert.
Bei einem Treffen Karsais mit dem iranischen Präsidenten Mohammad Khatami hatten beide Seiten am Sonntag vereinbart, ein neues Kapitel in den Beziehungen aufzuschlagen. Der Iran hat Afghanistan 500 Millionen Dollar (575 Mill. Euro/7,91 Mrd. S) Hilfe zugesagt, um die Folgen von zwei Jahrzehnten Bürgerkrieg zu überwinden.
Auf dem Gesprächsprogramm Karsais beim Treffen mit Khamenei wird voraussichtlich auch der weitere Umgang mit dem früheren Milizenchef im Krieg gegen die einstige Besatzungsmacht Sowjetunion und deren kommunistische Verbündete in Afghanistan, Gulbuddin Hekmatyar stehen. Hekmatyar lebt im Exil in Iran und hat sich dort auf die Seite der Gegner der USA gestellt. Er hatte der Regierung angehört, die das Land nach dem Sieg über die Kommunisten mit ihren Machtkämpfen noch tiefer ins Chaos stürzte und 1996 von den Taliban vertrieben wurde.
Der Iran gehörte zu den wichtigsten Unterstützern der afghanischen Nordallianz, die Ende vergangenen Jahres die radikal-islamische Taliban-Bewegung entmachtete. Dass dies mit amerikanischer Militärhilfe geschah und dass noch immer US-Truppen im Lande stehen, bereitet den iranischen Konservativen Unbehagen, die Afghanistan als iranisches Einflussgebiet betrachten. Die iranische Regierung erhofft sich vom Karsai-Besuch Fortschritte im Kampf gegen den Drogenschmuggel über die 900 Kilometer lange Grenze mit Afghanistan.
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