Libro nach 9 Monaten mit EBIT-Verlust von 33,1 Mill. €

Die börsenotierte Buch-, Musik- und Papierhandelskette Libro, die im Juni 2001 Ausgleich anmelden musste, hat ab Herbst offenbar die Lage im Unternehmen stabilisieren können. Im dritten Quartal hat sich das Betriebsergebnis (EBIT) nur noch geringfügig um rund 0,87 Mill. Euro (12 Mill. S) verschlechtert, auf Grund der Umsatzeinbrüche und gesunkenen Spannen im ersten Halbjahr, weist die Libro nach den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2001/2002 (per Ende Februar) jedoch noch einen hohen Verlust.
Der Turnaround werde noch auf sich warten lassen, es sei aber gelungen, in den vergangenen Monaten die Planzahlen zu erreichen bzw. sogar zu übertreffen, teilte das Unternehmen bei der Bekanntgabe der Neun-Monatsergebnisse am Freitag mit.
Nach drei Quartalen (März bis November) lag der Umsatz mit 220,7 Mill. Euro (3,4 Mrd. S) um rund 15 Prozent unter dem Vorjahreswert, allerdings sind die Zahlen nur bedingt vergleichbar. Im Betriebsergebnis (EBIT) wies die Libro AG nach neun Monaten einen Verlust von 33,1 Mill. Euro (455,2 Mill. ) aus, nach -32,2 Mill. Euro im 1. Halbjahr und -3,1 Mill. Euro im Jahr davor. In den Vorjahreszahlen seien aber noch keine Auswirkungen aus den dann notwendigen Abwertungen im Umlaufvermögen und Rückstellungsdotierungen enthalten, heißt es in der ad hoc-Meldung weiter.
Der Betriebsverlust vor Abschreibungen (EBITDA) vergrößerte sich im Vergleich zum Halbjahreswert von 20,3 auf 21,1 Mill. Euro. Im Vorjahr war das EBITDA mit 8,9 Mill. Euro noch leicht positiv gewesen.
Der Grund für den Umsatzrückgang liege einerseits im Umsatzeinbruch (bis zu 40 Prozent) der Monate April bis Juli , also der Phase, als die katastrophale Schieflage des Konzerns deutlich wurde, und mangels Liquidität auch das Angebot in den Filialen dünner wurde. Bis Ende November wurden aber auch etliche Filialen geschlossen.
Per Ende November 2001 gab es 273 Libro- und Amadeus-Outlets, um 21 weniger als im Vorjahr. Die Verkaufsfläche sank gegenüber dem Jahr davor um 7,5 Prozent auf 126.515 Quadratmeter. Die Zahl der Mitarbeiter wurde im Jahresabstand um 669 auf 2.280 Personen zurückgenommen.
Im dritten Quartal (September bis November), in das die Annahme des Ausgleichs, die Liquidation von Libro Deutschland sowie Lion.cc, aber auch der Großteil der Filialschließungen fiel, sei zwar der Umsatz um 20 Prozent zurückgegangen, das EBITA aber nur noch mit 0,9 Mill. Euro negativ gewesen, hieß es es weiter. Verantwortlich für diese "erfreuliche Ertragsentwicklung" im Drittquartal seien primär die Wirkung der Rationalisierungsmaßnahmen und striktes Kostenmanagement. Das Schulgeschäft sei sogar um 2 Prozent über den Werten des Vorjahres gelegen.

