Ermittler sprechen von schweren Verstößen

Schwere Vorwürfe gegen WKÖ in Frächter-Affäre: Das Nachrichtenmagazin "profil" berichtet in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe, dass die Wirtschaftskammer Tipps an Frächter verteilt hätte, wie das Ausländerbeschäftigungsgesetzes zu umgehen wäre.
Das "profil" berichtet, es gäbe einen erbitterten Streit zwischen österreichischen Frächtern und dem Fachverband für das Güterbeförderungsgewerbe in der Österreichischen Wirtschaftskammer. Nachdem Fachverbands-Chef Adolf Moser in einem Brief mehreren Frächtern kriminelle Methoden vorgeworfen hatte, drehten die beschuldigten Unternehmer den Spieß um und beschuldigten Moser - der seinerseits ein Transportunternehmen betreibt - selbst schon nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz verurteilt worden zu sein. Moser bestätigt das gegenüber "profil".
Dem Nachrichtenmagazin liegt auch ein Brief des Geschäftsführers des Güterbeförderungsverbandes vor, in dem dieser juristisch präzise Tipps gibt, mit welchen Konstruktionen das Ausländerbeschäftigungsgesetz zu umgehen sei, um ohne Arbeitserlaubnis osteuropäische Lkw-Lenker beschäftigen zu können.
Unternehmer weist Vorwürfe zurück
Schwere Verstöße werfen Luxemburger Behörden dem Transportunternehmen Transdanubia mit Sitz in Pasching bei Linz vor: Mehrere Lenker sollen u.a. zu lange unterwegs gewesen sein oder die vorgeschriebenen Ruhezeiten nicht eingehalten haben. Firmenchef Franz Grad wies die Vorwürfe - wie schon Ende Jänner, als der Wirtschaftskammerfunktionär auch unter Verdacht geraten war - zurück.
12 Fahrer nicht in Lohnbüchern
Laut Behörde seien auch zwölf Fahrer ermittelt worden, die in Luxemburg zugelassene Fahrzeuge gesteuert hätten, aber weder auf der Personalliste der besagten Firma noch in den Lohnbüchern geführt worden seien. Dafür gebe es "eine simple Erklärung", so Grad: "Die Lenker sind auf österreichischen Lohnlisten und wurden den Luxemburgern fallweise zur Verfügung gestellt, um Lenk- und Ruhezeiten einhalten zu können."
Grad will Vorwürfe widerlegen
Er werde am Montag tätig werden und die Vorwürfe widerlegen, erklärte Grad. Es sei "ungeheuerlich", dass behauptet werde, das Unternehmen hätte illegale Fahrer auf Luxemburger Lkw beschäftigt.

