Donnerstag, 21. Februar 2002

Österreicher bei Geldvermögen an drittletzter Stelle

Die EU bringt es ans Licht: Wir sind keine Sparmeister. Laut einer aktuellen EU-Statistik haben die Österreicher ein relativ niedriges privates Geldvermögen. Ärmer sind nur die Portugiesen und die Finnen. Am reichsten - wie könnte es anders sein - sind die Deutschen.

Die Österreicher kommen im Vergleich mit den Bürgern anderer Euro-Staaten auf ein relativ niedriges privates Geldvermögen. Nach einer von der EU-Kommission veröffentlichten Statistik über die finanziellen Vermögenswerte der privaten Haushalte im Jahr 2000 in neun Euro-Ländern rangiert die "Sparbuch-Nation" mit 277 Mrd. Euro an drittletzter Stelle vor Portugal (229 Mrd. Euro) und Finnland (197 Mrd. Euro). Die 277 Mrd. Euro ermitteltes Privatvermögen in Österreich entsprechen einem Anteil von 135 Prozent am Bruttoinlandsprodukt.

Die Deutschen sind am reichsten
Am "reichsten" sind die Deutschen mit einem Privatvermögen von insgesamt 3642 Mrd. Euro, die einem Anteil von 180 Prozent am BIP entsprechen. An zweiter Stelle folgen die Franzosen mit 3.320 Mrd. Euro, an dritter Stelle die Italiener. Aber selbst die Belgier, die einen Platz vor Österreich liegen, sind mit 781 Mrd. Euro immer noch fast zweieinhalb mal so reich wie die Österreicher. Ihre privaten finanziellen Vermögenswerte übersteigen das BIP um hohe 314 Prozent.

Insgesamt beläuft sich das geschätzte Geldvermögen der privaten Haushalte in den Mitgliedstaaten der Eurozone gemäß dem "indiskreten" Einblick der EU-Statistik, der dank der Umstellung auf den Euro möglich wurde, auf über 13.000 Mrd. Euro (178.884 Mrd. S).

Sparbuch bleibt die "heilige Kuh"
Die "heilige Kuh" der Österreicher, das Sparbuch, war auch 2000 hoch im Kurs. Mit 44,5 Prozent aller Anlagen in Form von Spareinlagen und Sparbriefen war Österreich einsamer Spitzenreiter, Portugal folgte an zweiter Stelle mit 32,2 Prozent. Dagegen mißtrauen die Österreicher offenbar weiterhin lukrativeren aber etwas riskanteren Anlageformen wie festverzinslichen Wertpapieren, die nur 7,4 Prozent der Haushalte hielten gegenüber 20,4 Prozent in Belgien.

21.2.2002 12:30