Donnerstag, 21. Februar 2002

Wifo: Lkw-Maut bringt Arbeitsplätze

25 Cent (3,44 S) pro schwerem Lkw und Kilometer - so lauten derzeit die Pläne für die Lkw-Maut auf Österreichs Autobahnen ab Mitte 2003. Für den heimischen Straßenbau wird diese Maßnahme nach Plänen der Asfinag bereits im Folgejahr rund 600 Mill. Euro einbringen. Laut einer jüngsten Untersuchung des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) wird dadurch aber nicht nur das heimische Straßennetz profitieren. "Die Einführung der Lkw-Maut sorgt für neue Jobs, für ein erhöhtes Wirtschaftswachstum und für mehr Umweltschutz", so Wifo-Experte Kurt Kratena.

Wie eine Wirtschaftssimulation des Wifo ergeben hat, würde sich bei der geplanten Mauthöhe das Bruttoinlandsprodukt 2004 allein durch durch die Einführung des Road-Pricings zusätzlich um 0,15 Prozent erhöhen. Dank der Beschleunigung des Wirtschaftswachstums würden am heimischen Arbeitsmarkt 5.700 neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Arbeitslosenquote ginge dadurch um 0,2 Prozentpunkte zurück, so das Wifo.

Die von vielen befürchtete Teuerung bei Produkten wird sich nach Einschätzung des Wirtschaftsforschers hingegen relativ gering halten. Laut Simulation steigen auf Grund von 25 Cent Lkw-Maut die Preise um 0,20 Prozent. Relativ stark verteuern sich Produkte der Stein-, Glas- und Bergbauindustrie sowie der erdölverarbeitenden Industrie.

Profitieren von der Maut wird laut Kratena in erster Linie die Bauwirtschaft. Wachstumseinbußen erleidet laut Simulation hingegen insbesondere die Chemieindustrie. Die Kostenbelastung durch die Einführung der Lkw-Maut beeinträchtigt Produktionsstandorte im Burgenland relativ am stärksten, während sie für Wien und Vorarlberg die geringsten Effekte hat .

Positive Auswirkungen erwartet sich das Wifo auf die Verkehrssituation. Die Lkw-Maut verteuere den Straßengüterverkehr auf dem hochrangigen Straßennetz entsprechend der zurückgelegten Strecke. Für das Transportgewerbe bringe dies einen "Anreiz zur besseren Auslastung des Transportraums", so Kratena. Außerdem werde die Wettbewerbsstellung der Bahn gestärkt.

Negativ wirkt die Maut hingegen auf den Außenhandel Österreichs. Die relative Verteuerung der Inlandsproduktion und die Stärkung der heimischen Endnachfrage bewirkten einen Rückgang der Exporte und einen Importzuwachs, so das Wifo. In Zahlen ausgedrückt verschlechtert sich die Zahlungsbilanz - ohne die Mauteinnahmen von ausländischen Lkw und Bussen und berechnet nach Preisen von 2004 - um rund 80 Mill. Euro.

21.2.2002 11:41