DaimlerChrysler 2001 in den roten Zahlen

Die milliardenschweren Sanierungskosten für Chrysler, Freightliner und Mitsubishi haben dem Autokonzern DaimlerChrysler 2001 rote Zahlen beschert. Einschließlich dieser Belastungen wies das Unternehmen am Mittwoch in Sindelfingen ein Minus von 662 Mill. Euro (9,11 Mrd. S) aus. Im Vorjahr hatte das Konzernergebnis noch mit 7,894 Mrd. Euro im Plus gelegen. Der Verlust der angeschlagenen US-Sparte fiel allerdings geringer aus als erwartet.
Das operative Konzernergebnis brach um 74 Prozent auf 1,345 Mrd. Euro ein. Es lag damit im Rahmen der Erwartungen. Einschließlich der Restrukturierungskosten für die angeschlagene US-Sparte sowie für den Lastwagenbauer Freightliner und für Mitsubishi Motors von rund 2,7 Mrd. Euro wies DaimlerChrysler operativ ein Minus von 1,318 Mrd. Euro aus. Der Umsatz verringerte sich um sechs Prozent auf 152,87 Mrd. Euro.
Verlust bei US-Sparte geringer als erwartet
Die angeschlagene US-Sparte wies einen deutlichen Absatzrückgang von zehn Prozent und ohne Einmaleffekte einen operativen Verlust von 2,183 Mrd. Euro aus. Erwartet hatte DaimlerChrysler ein Minus von 2,2 bis 2,6 Mrd. Euro. Die Kosteneinsparungen seien höher ausgefallen als angenommen, erklärte der Autokonzern. Einschließlich der Aufwendungen für die Restrukturierung betrug das Minus 5,281 Mrd. Euro. DaimlerChrysler hatte der US-Sparte im vergangenen Jahr ein drastisches Restrukturierungsprogramm mit einem massiven Stellenabbau verordnet.
Mercedes-Benz erreichte dagegen neue Rekordwerte. Weltweit wurden 1.229.700 Fahrzeuge abgesetzt, sechs Prozent mehr als im Vorjahr. 116.200 Autos entfielen auf die Marke Smart.
Im angespannten Geschäftsfeld Nutzfahrzeuge sank der Absatz um zehn Prozent auf 492.900 Einheiten. Wegen der Verluste bei Freightliner verringerte sich der um Einmaleffekte bereinigte operative Gewinn in dem Geschäftsfeld um 96 Prozent auf 51 Mill. Euro. Der angeschlagene japanische Partner Mitsubishi verringerte in der ersten Hälfte des Geschäftsjahrs 2001/2002 seinen Verlust um 44 Prozent auf 121 Mill. Euro.
Bei der Vorlage der vorläufigen Zahlen Anfang Februar hatte der Autokonzern wegen der Konjunkturflaute seine Prognose für 2002 deutlich nach unten geschraubt. Statt eines um Sondereffekte bereinigten operativen Gewinns zwischen 5,5 und 6,5 Mrd. Euro rechnet Daimlerchrysler jetzt nur noch mit einer sehr deutlichen Ergebnisverdoppelung.

