Dienstag, 19. Februar 2002

Gewerkschaften und Aufsichtsrat verhandeln

Bei der italienischen Fluggesellschaft Alitalia ist heute Krisensitzung angesagt. Bei den Gesprächen zwischen Aufsichtsrat und Gewerkschaften geht es um die Rettung von 2.500 Arbeitsplätzen.

Die Arbeitnehmerverbände und die Regierung setzen sich vehement dafür ein, dass die vorgesehene Stellenkürzungen bei Fluglotsen und Piloten geringer ausfallen als vorgesehen. In diesem Jahr wird Alitalia dennoch zirka 1.000 Arbeitsplätze streichen müssen, was aber hauptsächlich durch Frühpensionierungen erreicht werden soll.

Mit der Kürzung der 24.000 Beschäftigten um rund 10 Prozent will Alitalia die Personalkosten bis Jahresende um 14 Prozent reduzieren. Experten des Wirtschaftsministeriums halten aber eine Reduzierung um 5.000 Mitarbeiter für notwendig. Als Alitalia-Hauptaktionär gewährte die Regierung der Fluggesellschaft vor drei Wochen eine Finanzspritze in Höhe von 119 Mill. Euro (1,6 Mrd. S).

Die Gewerkschaften bezweifeln jedoch, dass die aktive Unterstützung des Staates Alitalia eine glanzlose Zukunft als schwaches Mitglied der Partnerschaft mit Air France ersparen wird. Die im vergangenen Juli geschlossene Partnerschaft mit den Franzosen werde nicht nur zum Wegfall zahlreicher Transatlantikrouten führen, sondern auch 5.000 Arbeitsplätze gefährden, klagten die Gewerkschaftsverbände.

Alitalia-Chef Francesco Mengozzi ist sich bewusst, dass der Kampf zur Sanierung der Gesellschaft noch hart sein wird. Die aktuelle weltweite Krise des Flugverkehrs werde die Airline schätzungsweise noch mindestens eineinhalb bis zwei Jahre zu schaffen machen. Vor allem auf den Atlantik-Strecken meldet Alitalia starke Gewinneinbrüche. Die Italiener rechnen auch heuer mit einem Rückgang der Passagierzahl von mindestens 18 Prozent.

19.2.2002 16:40