Geht ÖIAG von Privatisierungskurs ab?

Wird die Staatsholding ÖIAG bei einer Kapitalerhöhung des Stahlriesen "voest-alpine" mitziehen und damit ihren 38%-Anteil verteidigen? Das hatte zumindest Aufsichtsrats-Präsident Heinzel angedeutet. Voestalpine-Aufsichtsrats-Chef Streicher sagt dazu, das wäre eine Abkehr von der bisherigen ÖIAG-Privatisierungspolitik.
Bei jeder Beteiligung der Staatsholding ÖIAG sei Wertsteigerung oberstes Ziel. So argumentiert Vorstand Michaelis ein Mitziehen bei einer möglichen Kapitalerhöhung der "voestalpine". Die Aktie sei derzeit sehr unterbewertet. Durch eine Kapitalerhöhung könnte der Wert steigen und man später zu einem besseren Preis verkaufen. Will die ÖIAG ihren Anteil von 37,8 Prozent halten, würde das 1 Mrd. S (70 Mio euro) kosten.
Ex-Aufsichtsratschef Streicher zeigte sich in einem Radio-Interview erstaunt. Im Privatisierungsprogramm 2000 sei keine Rede von einem Mitziehen der ÖIAG gewesen, auch ein ÖIAG-Anteil von 25,1 Prozent würde reichen, um Österreichs Interessen zu wahren. Streicher war nach dem Regierungswechsel an der ÖIAG-Spitze abgelöst worden.

