"Illbruck" in Rio klar vor der Konkurrenz

Temperamentvolle Samba-Tänzerinnen ließen die Crew der deutschen Segelyacht "Illbruck" (Bild) hochleben, nachdem sie am Dienstagmorgen (MEZ) in Rio de Janeiro als erstes Schiff mit klarem Vorsprung das Ziel der vierten Etappe bei der Weltumsegelung Volvo Ocean Race erreicht hatte. Mit ihrem nun schon dritten Etappensieg baute die Rennyacht mit US-Skipper John Kostecki ihren Vorsprung in der Gesamtwertung bereits auf 29 Punkte aus.
Als mit Champagner gefeiert wurde, waren die anderen Boote noch immer Richtung Rio unterwegs. Die von der Konkurrenz ehrfurchtsvoll "Green Machine" (Grüne Maschine) genannte "Illbruck" kreuzte die Ziellinie der vierten von insgesamt neun Etappen nach 23 Tagen, fünf Stunden und 58 Minuten. Zu diesem Zeitpunkt war in Rio tiefste Nacht. "Es war das nervenaufreibendste Rennen meiner Karriere", fasste Kostecki die mit 6.700 Seemeilen zweitlängste und anspruchsvollste Etappe des Meeres-Marathons zusammen. Hinter ihm und den anderen elf Crew-Mitgliedern lagen Strapazen im eisigen Südpolarmeer und zuletzt ein glücklich überstandene Flauten-Poker.
Vorher waren die Crew-Mitglieder an manchen Tagen mit extremsten Verhältnissen konfrontiert worden. Manche erinnerten beim Sieger-Barbecue am Steg noch einmal an die haarsträubenden Momente dieser Härteprüfung für Mensch und Material. "Ich habe mein Leben lang noch nie in so viel Wind gesegelt, von den vielen Eisbergen unterwegs ganz zu schweigen", berichtete der Münchner Tony Kolb. Der 25-Jährige wäre einige Male am liebsten von Bord gestiegen. "Manchmal träumst du schon von einem Hubschrauber, der dich abholt und in einer heißen Badewanne wieder absetzt." Der niederländische Trimmer Dirk de Ridder (Niederlande) trug leichte Erfrierungen an den Zehen davon.
Beste Chancen auf Rang zwei der Etappe hatte am Vormittag die norwegische "Djuice", während die in der Gesamtwertung Zweite "Amer Sports One" (Finnland/Italien) gut zehn Seemeilen zurück Bug an Bug mit der "Tyco"(Bermudas) und der "Assa Abloy" (Schweden) noch um den dritten Platz kämpfte.
