Sonntag, 24. Februar 2002

Scheich Omar soll vor US-Gericht gestellt werden

Die Vereinigten Staaten wollen den mutmaßlichen Drahtzieher der Entführung und Ermordung des US-Journalisten Daniel Pearl, Scheich Omar, vor ein US-Gericht stellen. Sein Land habe bei den pakistanischen Behörden die Auslieferung des militanten Islamisten beantragt, sagte US-Regierungssprecher Ari Fleischer am Montag in Washington. Die USA wollten auch alle übrigen Verantwortlichen für die Tat zur Rechenschaft ziehen, betonte er.

Ein Gericht in Karachi hatte am selben Tag den Polizeigewahrsam von Scheich Omar um zwei Wochen verlängert, um den Behörden weitere Ermittlungen zu ermöglichen. Der 1973 in London geborene Islamist hatte im Verhör zugegeben, die Geiselnahme des "Wall Street Journal"-Reporters eingefädelt zu haben. Vergangene Woche war ein Video aufgetaucht, auf dem die Ermordung des entführten Reporters zu sehen ist.

Vor Gericht müssen sich außerdem drei pakistanische Angeklagte verantworten, denen die Verschickung von E-Mails zur Last gelegt wird, in denen Pearl in Gefangenschaft zu sehen war und mit seiner Tötung gedroht wurde.

Die pakistanische Polizei fahndet derzeit nach insgesamt fünf Verdächtigen. Neben Omar waren ihr bereits drei der mutmaßlichen Täter ins Netz gegangen. Die Bluttat hatte weltweit Entsetzen ausgelöst.

24.2.2002 21:35