Ferrero-Waldner zu Wirtschaftsgesprächen in Tunis

Das Ziel ihrer gegenwärtigen Reise durch drei Maghreb-Staaten bestehe darin, vor dem Hintergrund der traditionell guten Beziehungen nach dem 11. September den Dialog mit den islamischen Staaten zu führen, erklärte Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (V) am Montag in Tunis. "Ich suche besonders die Gespräche mit gemäßigten Staaten und Politikern, die nach friedlichen Lösungen suchen", sagte die Ministerin nach ausführlichen Gesprächen mit ihrem tunesischen Ressortkollegen Habib Ben Yahia.
Ferrero-Waldner nützte ihren kurzen Aufenthalt in Tunis auch zu einem Treffen mit PLO-"Außenminister" Faruk Kaddumi, um den Nahost-Prozess zu erörtern. Hinsichtlich des Nahost-Konflikts verfolge Tunesien seit vielen Jahren eine Politik der Mäßigung, betonte Ferrero-Waldner nach ihren Unterredungen. Sie wird am Nachmittag auch vom tunesischen Staatspräsidenten Zine el-Abadine Ben Ali empfangen werden.
Die Außenministerin kündigte an, dass im Rahmen der spanischen EU-Präsidentschaft Anfang Juni in Wien ein Seminar stattfinden soll, das beim Euro-Mediterranen Dialog in Brüssel vereinbart wurde. Der Dialog der Zivilisationen, der Österreich ein großes Anliegen ist, war bisher "ein Dialog der Eliten", bei der Wiener Veranstaltung sollen nun Vertreter der Medien auf christlicher und islamischer Seite zu Wort kommen. Ferner ist auch ein Runder Tisch mit Repräsentanten der Wirtschaft geplant. "Gemäßigte Staaten haben eine gemeinsame Verantwortung", unterstrich Ferrero-Waldner.
Der tunesische Außenminister beklagte bei den Delegationsgesprächen, dass der Tourismus in seinem Land unter dem 11. September sehr gelitten habe. EU-Außenkommissar Chris Patten habe Hilfestellung der Union angeboten.
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